Werden Kriege um Ressourcen geführt - welche Konfliktherde beobachtest Du?

Moderatoren: RThorsten, marc

von Wolfram
#108242
Hallo allerseits,

eigentlich habe ich keine Zeit - Klaräpfel liegen unter den Bäumen und möchten verarbeitet werden, bevor sie schlecht werden (Kompott). Auch Kricherl (Wildpflaumen) fallen jetzt runter und die Bäume hängen übervoll ... Zwischendrin gießen bei der Wärme ...

Aber Eines stört mich zur Zeit besonders, wenn ich nebenbei Nachrichten höre.
Da haben die Briten bei Gibraltar einen iranischen Öltanker fest gesetzt, weil er Öl nach Syrien bringen sollte - und das würde gegen Sanktionen der Europäischen Union (EU) verstoßen. Die Iraner können schlecht ihren Tanker befreien, sondern haben statt dessen einen britischen Tanker aus der Straße von Hormus "fest gesetzt". Selbst die Briten haben erkannt, dass es eine "tit for tat"-Aktion ist, also eine Retourkutsche "Wie du mir, so ich dir".

Was leider fehlt, ist die Einsicht, dass es nicht in Ordnung war, den Iranischen Tanker bei Gibraltar fest zu setzen - und dieses sogleich zu korrigieren (sich im Idealfall sogar zu entschuldigen). Iran und Syrien sind befreundete Länder und warum sollte der Iran einem befreundeten Land nicht Öl bringen dürfen? Der Iran ist kein Mitglied der EU und hat daher mit Sanktionen der EU gegen ein Land nichts zu tun!

Wer mag, kann Sanktionen verhängen. Ich finde das eine gute Möglichkeit, sein Missfallen zwischen Staaten klar zu machen - mit wechselnden Mehrheiten: Wenn viele Staaten das Verhalten eines Staates missbilligen, können sie alle Sanktionen gegen diesen verhängen - aber FREIWILLIG - und nicht indem einer anderen vorzuschreiben versucht, dessen Sanktionen auch umzusetzen. Es gibt keine "Weltregierung" (Weltdiktatur) und das ist gut so, denn diese wäre schlecht für die Vielfalt, die aber überlebenswichtig ist.
Es gibt verschiedene Staatsformen, Gesellschaftsformen, Denkweisen, Lebensweisen - die alle fehlerhaft sein können - und da ist es tröstlich, ja dringend nötig, dass andere einen anderen Weg versuchen bzw. zeigen, dass man ihn gehen kann.
Man mag von Iran und Syrien halten was man mag. Es muss möglich sein, dass Länder befreundet sind und dass sie auch die freie Seefahrt nutzen.

Die Briten bräuchten nur den iranischen Tanker bei Gibraltar endlich frei lassen. Dann würden sicher die Iraner den britischen Tanker frei lassen. Statt den Fehler zuzugeben oder wenigstens zu korrigieren - rufen die Briten nun nach einer militärischen (EU-)Mission in der Starße von Hormus.
Da muss ich immer wieder an das Lied "99 Luftballons" von Nena denken.
Statt einen kleinen Fehler zu korrigieren (und den Iran wieder anständig zu behandeln), wird ein riesen Brimborium angeleiert.
Das stellt für mich auch in Frage, ob die EU wirklich ein Friedensprojekt ist (wenn sie meint, dass ihre Sanktionen auch für andere Länder gelten müssten - und das gewaltsam durchsetzen zu dürfen). Ein Friedensprojekt soll sie ja nach innen sein, aber ist sie es auch nach außen?

99 Luftballons - es gibt genug so Albernheiten bei uns.
  • Der ADFC möchte mehr Radwege - aber soll man wirklich "der Umwelt zuliebe" weiteren Boden versiegeln, mit Baumaschinen hin und her fahren? Ich komme mit dem Rad eigentlich ganz gut durch auf Nebenstraßen, bestehenden Radwegen, notfalls vorsichtig auf Gehsteigen ... und wenn irgendwann mehr Leute Rad statt Auto fahren, haben die Radler ja die Straßen.
  • Auch die Grünen wollen die Digitalisierung der Schulen, aber ist das umweltfreundlich?
  • Die neue EU-Kommissionspräsidentin Von der Leyen hat die "Rede ihres Lebens" gehalten und möchte 100 Milliarden Euro in den Klimaschutz investieren. Ist das nicht die gestrige Idee, dass die Wirtschaft wachsen müsse - und hier macht sich die Idee eben das Klima-Thema zunutze? Bei mir läuten da die Alarmglocken, weil ich denke, dass Geldumsatz grob ein Maß für Energieumsatz ist. Demnach wäre weniger Geldumsatz besser.
  • Die neue Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer möchte mehr Geld für "Verteidigung", um die von der NATO geforderten zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts auszugeben. Hat sie schon an die Möglichkeit gedacht, dass man die Forderung (falls man sie anerkennt) auch erfüllen könnte, indem man das Bruttoinlandsprodukt entsprechend senkt?
  • Für ihre Vereidigung wurden 700 Abgeordnete teils aus dem Urlaub geholt. "Christian Lindner kritisierte bei Twitter: „Kosten (und CO2) hätte man gespart“, wenn die Vereidigung von Kramp-Karrenbauer im September erfolgt wäre."
    Das macht Hoffnung, dass Herr Lindner nebenbei das CO2 erwähnt. Jetzt braucht man nur bei anderen Dingen auch immer nebenbei daran denken.
  • (Die EU will Deutschland verklagen wegen vereinzelt zu hoher Nitratwerte im Grundwasser. Was geht die EU unser Grundwasser an? Das ist lokal relevant.) Geschimpft wird auf die Gülle, während mit immensem Energieaufwand mineralischer Stickstoffdünger hergestellt wird. Würde man das lassen, wäre die Gülle begehrt und rar.
  • Man könnte die PKW-Maut erwähnen - mit dem Gezank zwischen Politikern und Ländern. Ist die Befreiung der eigenen Leute eine Diskriminierung der anderen - oder haben die Länder mit Maut nicht dafür auch weniger KFZ-Steuer (nur nicht plötzlich sondern schon lang). Könnte die Maut ein Weg zu ihrer EU-weiten Abschaffung sein? und dafür alles über Mineralölsteuer (EU-weit, weil nicht nur lokal relevant).
  • Die Briten plagen sich mit dem Brexit. Die EU ist hart, um ein Exempel zu statuieren, damit nicht andere Länder folgen ... Viele Briten haben Angst vor dem Brexit ohne Vertrag (no deal), weil es erst mal etwas Wohlstand kosten könnte, worüber dann die eigenen Leute jammern würden. Ironischerweise sind hier die Briten in einer ähnlichen Situation wie der Iran - dem unwürdigen Kalkül, dass man auf eine Regierung Einfluss nehmen kann, indem man ihren Bürgern Wohlstand weg nimmt.
  • Die "Fridays for Future" -Aktionen von vielen Schülern machen Hoffnung. Aber wohin werden sie führen? Werden darüber die Gefahren der Atomkraft vergessen (aus meiner Sicht schlimmer, unentrinnbarer und langfristiger als der Klimawandel), nur weil man die nicht sieht? Es wurden bei Schülerdemos schon Flugblätter verteilt, sie sollten doch auf Atomkraft setzen. Das tun sie wohl nicht, aber bei der Diskussion um eine CO2-Steuer wurde schon vorgeschlagen, dafür den Strom billiger zu machen ... (nicht seriös, so lange Atomstrom im Europäischen Verbundnetz ist).
    Auch die Iraner sollten keinen Atomstrom nutzen (egal ob sie Uran auf 3,5 oder 5% anreichern oder Brennelemente für den Reaktor in Bushehr in Russland kaufen), aber wir können da schlecht argumentieren, so lang wir es selber tun.

Über manche der Albernheiten bei uns kann man vielleicht wohlwollend schmunzeln. Beim Umgang mit anderen Ländern ist aber mehr Vernunft, Respekt und Anstand gefragt.
So finde ich das Brexit-Tauziehen eine vergleichsweise harmlose innere Angelegenheit. Die einseitige Sichtweise im Tankerstreit ist es aber nicht. Auch hier könnte man über die EU-Mission im Persischen Golf - oder erstrecht bei einem Krieg - frei nach Herrn Lindner sagen: „Kosten (und CO2) hätte man gespart“. Wir brauchen mehr von der Einsicht eines Michail Gorbatschow, die Kräfte nicht für unsinnige Dinge (wie zu seiner Zeit der kalte Krieg mit Wettrüsten) zu verwenden, sondern für solche, die etwas bringen.

In dem Sinn geh ich jetzt endlich in den Garten, gießen (mit Regenwasser) etc. ... und vielleicht schaffe ich etwas Apfelkompott einzukochen (mit Holz).

Grüße, Wolfram
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von Axel F.
#108243
Danke Wolfram!

Die Nato wäre ja schon fast auseinandergeflogen, seinerzeit. Ost-West Konflikt war passee unter Gorbi. Abrüstungsvereinbarungen, Northstream unter Schröder, fast hätte man meinen können, Europa würde demnächst bis zum Ural gehen. Dem ist leider nicht so, inzwischen hat die Nato, dank Trump, wieder ihre Existenzberechtigung, der Feind ist wieder sichtbar. Neben IS und den islamischen Staaten, welche ausserhalb des Einflussbereichs der USA stehen, nun wieder auch Russland. Die sind ja gegenüber Syrien und Iran inzwischen Federführend, die USA müssen sich geschlagen geben oder markige Worte fallen lassen. Wir erinnern uns, dass Frankreich einer französischen Werft den Bau von Fregatten kurz vor der Auslieferung untersagt hat. Na sowas auch. Also wieder kalter Krieg.

Ob das alles auch mit dem Ölpreis in Zusammenhang steht? Zumindest haben wir, trotz Förderkürzungen der OPEC eine Ölschwemme. Diverse Konflikte in unbestimmten Regionen, von Venezuela bis Iran senken effektiv die Förderleistung und den Absatz. Die USA steigern ihre eigene Ölförderung tagtäglich. Ohne Sanktionen gegenüber Iran, ohne Konflikte in Libyen, Nigeria und andernorts würde sich die Ölschwemme bemerkbar machen und die Preise in den Keller rutschen.

Damit würde die Schieferölförderung in Kanada/USA unrentabel?

Der Handelskonflikt zwischen USA und China wirkt dämpfend auf die Nachfrage, nicht war? Spürbar auch hier in der Exportnation Deutschland. Die Frachtenbörse Timocom meldete neulich, dass das Angebot an Frachten um ca. 20 % zurückgegangen ist. (Timocom ist die grösste Frachtbörse für Speditionen im Landverkehr Straße/LKW hier in D, demnächst kommt noch Uber hinzu)

Aufschwung und Wachstum sieht anders aus, wir sind wohl in einer unausgesprochenen Rezession.

Der Westen also kündigt Atomabkommen mit Russland.Verhängt gleichzeitig Sanktionen gegenüber Iran. Die Festsetzung eines Tankers durch Gibraltar ist schon ein starkes Stück.
Hat Gibraltar die Meerenge gepachtet?

Oder die Russen das schwarze Meer?

https://www.zeit.de/politik/ausland/201 ... nd-prozess

Da waren es aber Kriegsschiffe.

Ach ja, Brexit. Hat England jetzt seinen eigenen Trump?

Viele Grüße

Axel
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