Wird alles Zusammenbrechen? Wenn ja: wie sollte man sich darauf vorbereiten?

Moderatoren: RThorsten, marc

#107962

Die Olduvai Theorie. Nichts ist schöner, als ein Weltuntergang, den man leider verpasst hat. Jetzt im Forum diskutieren Noch vor der Jahrtausendwende publizierten der Ingenieur Richard C. Duncan und der Geologen Walter Youngquist ihre Olduvai-Theorie. Sie markierten damit sicherlich den pessimistischsten Ausblick auf die Folgen von Peak-Oil. Sie sahen eine die Welt auf eine Malthusianische Katastrophe zulaufen. Schon Malthus (der von 1766–1834) lebte) hatte sich geirrt. Er unterschätzte die Geschwindigkeit des technischen Fortschritts, der unter anderem in der  Landwirtschaft eine erhebliche Produktivitätssteigerung begründete.  Dabei erfolgte diese Modernisierung im Grunde erst durch die gleichen Phänomene, die er als ursächlich für einen Kollaps betrachtete: die anwachsende ...
#107964
Grüß Dich Marc,
Du bist ja sehr aktiv, ich wünsche Dir Erfolg und Resonanz!
Das Archiv müsste einiges hierzu enthalten - es ist enorm komplexer Stoff. Mir ging es so, dass je tiefer ich einstieg, desto größer erschienen die Möglichkeiten in alle Richtung, und zwar mit guten Begründungen.
Nun weiß ich nicht recht, wie Dich am besten unterstützen. Eine Zusammenfassung des im ehemals aktiveren Forum hierher gestellt, könnte die Eröffnung gleich wieder tot schlagen. Ich will es dennoch ganz kurz versuchen, denn Wiki und co. ist ja nun auch einiges zum Klassiker allgemein zu entnehmen, wir müssen nicht wie damals beginnen, als auch das ökologische Netz noch zusammen brach, wenn wir eine Art verlieren... ;-)
Malthus irrte, wir sehen bei der Mutter aller Probleme heute Licht am Ende des Tunnels, Geburtenraten sinken drastisch mit Entwicklung zu Wohlstand (manche bringen hier auch Titty-tainment ist Spiel). Wir Ökologen haben den Streit an dieser Stelle, entbrannt vor allem an der Grünen Revolution, verloren, wir hatten Unrecht, die Ökonomen Recht - soweit. Verbleibende Problemregionen scheitern nicht an Kapazitäten, sondern an diversen inneren Problemen (nicht ohne Schuld von außen, ist klar).

Aber:
Aus biologischer Sicht ist eine Erkenntnis von grundlegender Bedeutung: Aufstieg des Menschen (also rein quantitativ) und entwickelnde Zivilisation sind eng verbunden und mit-bedingt durch Erschließung von Biomasse, genauer: von Netto-Primärproduktion der Biosphäre. Ein Klassiker aus Kompendien der allgemeinen Ökologie ist eher sinngemäß, nicht pingelig: mit Errungenschaften wie z.B. "Holzpflug", "eisenbeschlagener Holzpflug", "Mühlen", "Dampfmaschine" hat sich jedesmal die Menschheit vervielfacht (rund Faktor 10!). Techniken und Maschinen helfen Biomasse zu erschließen. Die heutige Quote dessen, was von der gesamten Netto-Primärproduktion bereits genutzt wird, ist umstritten, aber hoch. Ein schon älteres, klassisches, zurecht umstrittenes Nature paper ging auf 40%. Die Größe ist fundamental und endlich, andererseits aber auch keine Konstante, sondern durch Technik beeinflussbar.
Prekär ist nun, dass wir für weitere Erschließung immer mehr Technik und Organisation aufbringen müssen. An dieser Stelle ein sehr wichtiges Stichwort, sonst diskutieren wir schnell wieder die vielen peaks: qualitatives Wirtschaftswachstum. Beschäftigt man sich näher damit, erkennt man enorme Potenzial, aber nur wenn Organisation ständig verbessert. Die Abhängigkeit steigt beständig. Wehe, es geht was schief. Denn jedes Zurück fände verschlechterte Bedingungen vor, als zum Zustand, als sich Niveaus entwickelten. Forumsmitglied Mischa führte hier den Begriff Fallhöhe ein.

Qualitatives Wirtschaftswachstum öffnet uns den Himmel, die Erde kann theoretisch Zig-Milliarden Wohlstandsmenschen nachhaltig ernähren. Geht was schief -> siehe MBS.

Gruß

Corella
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