..sind längst keine Nischenenergien mehr.

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von hope
#107907
Windräder in der Form stammen aus der Gründerzeit; Ende des 19. Jhds. stellten die Dänen einige auf, aber damals gab es noch so etwas wie ein ästhetisches Empfinden.

Hitler kochte die Idee wieder auf, nachlesbar in "Tischgespräche im Führerhauptquartier" (das Buch hat ein Empfehlungsschreiben des Spiegel), und plante, sie auf alle Bauernhöfe zu verteilen. Der Krieg vereitelte das Vorhaben, zum Glück.

Mit der Anti-Atombewegung begann auch die Suche nach regenerativen Energien neu und die Grünen bar eigener Inspiration griffen in die Mottenkiste des Kaiserreichs, sie belebten die windige Dampfmaschine neu. Was zuerst mal nicht schlimm war, aber das sture Festhalten am Überkommenen, das ist schlimm.

Ich denke, das Ursachenproblem für die Länder und Gemeinden ist die europäische Postdemokratie. Postdemokratie, weil ein Superstaat mit 500 Mill. Einwohnern demokratische Strukturen naturgemäß austilgt. Das Versprechen, ein Europa der Regionen zu schaffen, ist nie eingelöst worden, vielmehr beherrscht uns jetzt ein planwirtschaftlich orientierter Superobrigkeitsstaat.

Seit 1986 ratifiziert die Regierung Verträge und Abkommen am Volk vorbei. Schengen, Maastricht, Osterweiterung, Euroeinführung, EU-Reformvertrag, ESM - die Tendenz ist eindeutig und es gab keine Wahl für den Souverän (Lat: König), kein Mitspracherecht und immer platzte die jeweilige Regierung mit dem neuen Vorhaben inmitten einer Legislaturperiode herein. Steuererleichterungen, blühende Landschaften - windige Versprechen, um an die Macht zu reiten.

Mit Energie zur Demokratie:

Um sich ein Mitsprache vor allem für das eigene Lebensumfeld zu sichern, dem Demokratiedefizit entgegen zu wirken, sollte die Energieerzeugung meines Erachtens dezentralisiert werden. Die Länder, Landkreise, Gemeinden wären gut beraten, sich energiepolitisch abzukoppeln von den Versorgern und eigene Energie zu erzeugen. Mit eigener Energie ist man freier in der Entscheidung, die finanzielle Abhängigkeit ist gekappt und man kann nicht so einfach mit Sachzwängen erpreßt werden.

Es gibt heute genug Möglichkeiten, regenerativ Energie zu erzeugen, und es ist nicht notwendig, Rapsfelder als Negativbeispiel heranzuziehen. Es ginge ohne Windmotoren, Rapsfelder und Atomkraft. Man muß es nur wollen. Mann muß Demokratie wollen.

Aus der Gegnerschaft zu den Windrädern sollte keine Ideologie werden, denn Wind und Sonne ergänzen sich: scheint die Sonne, ist es schon mal windstill, ist sie verhangen, windig. Eins ist immer. Und wenn keines ist, machen wir einfach frei.

Strom erzeugt man am effizientesten da, wo er gebraucht wird, am Haus. Denn mit langen Leitungen, Überlandleitungen, bedarf es eines Mehraufwandes, weil sich der Strom unterwegs verbraucht. In Bayern tröpfeln dann nur noch ein paar Watt heraus und die Nordsee ist verschandelt.

Für kurze Wege bietet sich die Sonnenenergie an. Vom Dach zum E-Herd; der Landkreis könnte einen Kredit aufnehmen und die Häuser der Städte und Dörfer mit Solaranlagen decken, die Anfangs in der Hand des Landkreises bleiben. Der Verbraucher bezahlt die Anlage ab über die Stromrechnung, bis sie in vielleicht 15 Jahren ihm gehört. Er investiert in eine eigene, vom Landkreis vorfinanzierte Anlage, statt die Aktien der großen Strom-Versorger nach oben zu treiben.

Natürlich bedarf es dafür eines demokratischen Prozesses, aber wenn die Vorteile gut vermittelt werden, mehr Demokratie, mehr Unabhängigkeit, mehr Mitbestimmung, sollte sich das doch durchsetzen lassen?
Die Eigentümer von Mietwohnungen könnten den Sonnenstrom an die Mieter verkaufen. Für Sonnenstromerzeugung böten sich z.B. nackte Fassaden an, Balkone, Industriegebäude, Lärmschutzwände an Autobahnen. Das zusammen genommen wäre ein Solarkraftwerk. Und schließlich könnte man die Solarindustrie bitten, Solarschindeln zu entwickeln, dann wäre das Energiedach vollständig integriert.

Die Privathaushalte, die sollten zuerst gewonnen werden, würden also den einen Teil der Stromerzeuger in Besitz haben, den anderen produziert das Land, der Landkreis, die Gemeinde und zwar mit „Vertikalturbinen“. Die vereinen alle Vorteile, sie sind kleiner als die Bäume, lassen sich dicht sehr stellen, ohne Interferenzen zu erzeugen, sind 10 Mal so effizient. VielEnergie auf wenig Platz. Und die Trassen könnten weg!

Die Windenergie verkauft der Landkreis an die Bürger. Als vollständiges Projekt bräuchte es keinen Strom mehr von außen, da würde gespart, und die Finanzierung erfolgt ebenfalls über die Stromrechnung.
Die Abzahlung ist absehbar, die Natur wird geschützt, die Demokratie gestärkt, die Energie hat keine Lieferengpässe, wird immer billiger, ist robust gegen Krisen, könnte bei einem Finanzcrash ohne Kapitalfluß produzieren (!), kann nie abgestellt werden und - es würden Wirtschaft und WIssenschaft auf ein neues Gleis gestellt un nachhaltig Arbeitsplätze entstehen.

Backen, Kochen, Kühlen und mit dem E-Autor zur Arbeit fahren, kein Problem.

http://www.baulinks.de/webplugin/2011/1115.php4



Gas läßt sich auch selbst erzeugen z.B. mit Müll. Und Müll wird jede Menge produziert. Je autonomer die Energieerzeugung, desto freier werden die Bürger in ihrer Entscheidung.

http://windlaerm.wordpress.com/

In den 80er Jahren war die Friedensbewegung soweit. Mehr Natur und die Konsumtempel sollten weg.
Fridjof Capra wurde ein bekannter Prophet eines besseren Zeitalters mit seinen Bücher „Wendezeit“ und „Das Tao der Physik“. Dezentralisierung und Regionalisierung waren damals die Schlagworte und: denke global, handle lokal!

Wendezeit



http://www.philos-website.de/autoren
von Kilon
#108079
Wie siehts eigentlich international aus? Ich weiß es gab ein Deutsches Unternehmen (Suncor?! Nee ich glaube das war kanadische Ölsande... Enercon?!) Die hatten ein "Made in Germany" (jedenfalls Endmontage) Windrad mit 6 MW, aber natürlich auch kleinere, in Brandenburg gibt es eine kleine Pufferzone um Berlin, damit man von Berlin ohne Fernglas nicht direkt die nicht unbedingt "schönsten" Teile sieht, aber nach ich denke so 10-15 Kilometer gehts richtig los, teilweise sehr nah aneinander gebaut sehr große (wenn nicht 6 MW dann zumindest 3 oder 4 MW, aber denke diese an der Haupt-Autobahn zu sehenden in etwas weiterer Ferne sind 6 MW Teile, alleine der massive untere "Betonbunker"-Raum, da stand ein Kleinbus daneben, war der ideale Größenvergleichung dafür wie gigantisch das Teil eigentlich ist, und ich will nicht wissen was noch im "Keller" an Beton usw. verbaut ist um das Ding auch wirklich gegen stärkere Stürme usw. abzusichern, weil sonst ist ja alles möglichst Leichtbauweise (logischerweise).....

Wir wurden ja in 1 Jahr nicht nur überholt als "Wind-Weltmeister" bis 2009, kurz darauf entstand ein derartiger Boom in den USA, China aber auch Indien, Brasilien und andere Länder mit ordentlich Küste vorallem, selbst unzählige Europäische Länder haben wenigsten 100 bis 400 MW jeweils so gebaut - gab wohl eine EU-Förderung, ist ja auch eigentlich eine feine Sache, nur die (ich glaube im Benzinpreis enthaltene) Steuer für EEG finde ich idiotisch weil man davon hauptsächlich Solarpanels in Deutschland errichtet, klar sie liefern Strom, in der Wüste Nord-Libyens oder Nord-Algeriens oder Tunesiens würden sie jedoch vermutlich das 3 bis 4-fache an Elektrizität einbringen... ergo = Deutschland ist KEIN Solarland, ebenso wenig wie Norwegen oder Finnland.....

Haben wir den Anschluss verloren oder mischt unsere Windkraft-Industrie noch weltweit mit?!?!
Tesla (Elektro)Autobauer

Kilon, kannst du dich auch einmal zu einem Thema ä[…]

Welche Kompetenzen brauchen wir?