Auswirkungen von Peak Oil auf die Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft

Moderator: marc

von Wolfram
#107064
Hallo allerseits,

vor ein paar Jahren habe ich mich ausführlicher mit dem Thema befasst und nehme mir jetzt endlich mal Zeit, hier darauf hinzuweisen.
Kurzsichtigkeit (Myopie) ist viel häufiger als andere Sehfehler - und das ist eine Zivilisationskrankheit, die nicht sein müsste.


Wie es funktioniert

Es ist eigentlich nicht schwer zu verstehen. Typischerweise beginnt es in der Schule, wenn die Kinder Lesen lernen, also viel und länger anhaltend in die Nähe schauen.

Die Augen sind von Natur aus auf die Ferne scharf gestellt. Die Linse bricht das quasi parallel eintreffende Licht so, dass jeder Punkt aus der Ferne scharf auf der Netzhaut abgebildet wird.
Beim Blick in die Nähe laufen die Lichtstrahlen von jedem Punkt etwas auseinander. Der Ziliarmuskel drückt die Linse etwas zusammen, so dass sie runder wird, das Licht stärker bricht und der Punkt wieder scharf abgebildet wird. Das ist die normale Akkomodation.

Wenn der Zustand länger anhält (mehr als 20-30 Minuten), wird es für den Ziliarmuskel anstrengend. Wenn das öfter vorkommt, reagiert das Auge mit einer zweiten Möglichkeit, scharf zu stellen. Der Augapfel wird allmählich länger. (Das ist eine natürliche Funktion zur langfristigen automatischen Scharfstellung. Durch die viele Naharbeit wird die Funktion in die Irre geführt.)
Beim Blick in die Ferne kann sich der Ziliarmuskel nicht mehr als entspannen. Typischerweise sehen die Kinder nicht mehr richtig scharf, was an der Tafel steht.

An der Stelle wäre der Zustand noch gut reversibel, indem man die Naharbeit reduziert (mindestens Pausen einlegt) und für viel Ausgleich sorgt - draußen sein ... (siehe Abhilfe unten).

Leider bekommen die Kinder statt dessen oft eine Brille. Die holt alles optisch näher, indem sie die Lichtstrahlen etwas nach außen bricht. Dadurch sehen die Kinder die Tafel wieder scharf, aber die optische Nähe wird zum Dauerzustand und zementiert den Sehfehler.

Wenn die viele Naharbeit weiter besteht - und vor allem wenn das Kind dabei die Brille auf behält - wird die Kurzsichtigkeit langsam stärker und das Kind bekommt eine stärkere Brille.
Um nicht mit einer dicken Brille rumzulaufen, steigen manche irgendwann auf Kontaktlinsen um (die kann man nicht so leicht zum Lesen abnehmen).
Das kann so weiter gehen, bis das Auge irgendwann nicht mehr mitmacht und stehen bleibt.
So werden viele Menschen lebenslang abhängig von einer Sehhilfe.

Ich habe dazu auch eine Word-Datei mit Grafiken verfasst.


Verbreitung der Kurzsichtigkeit

In Naturvölkern, bei Indianern u.ä. reicht die Häufigkeit von 0 % (unbekannt) bis 5 %. (Es liegt nicht daran, dass es nicht untersucht wäre.)
In Europa reicht der Wert von typisch 10% bei Menschen geringerer Schulbildung über 30% bei Schulkindern bis 50% bei Studenten (bei welchen der hohe Anteil nicht so auffällt, weil viele Kontaktlinsen tragen).
In Fernost, wo Kinder noch früher lernen sollen (z.B. schon mit 4 Jahren in die Schule kommen), geht der Wert bis zu über 90% (Taiwan, "Insel der Kurzsichtigen" ca. 95% der Studenten).


Vererbung als Ursache?

Vererbung wird oft als Ursache genannt, aber wohl überbewertet. Die Beobachtung, dass Kinder von kurzsichtigen Eltern überdurchschnittlich oft selbst kurzsichtig werden, dürfte vor allem daran liegen, dass sie oft ähnliche Lebensumstände haben (viel Bildung ...). Dazu kommt möglicherweise ein Anteil Vererbung nach dem Prinzip der Epigenetik, nach dem sich die Lebensgeschichte der Eltern auf die Kinder auswirkt (was sie nach klassischer Vererbungslehre nicht dürfte). Das wird aber kaum bedeuten, dass Kinder kurzsichtiger Eltern automatisch kurzsichtig werden. Sie neigen allenfalls eher dazu, wenn ihre Augen den Reiz "viel Naharbeit" usw., wie oben beschrieben, bekommen.
Manche Kinder werden nicht so leicht kurzsichtig, obwohl sie viel lesen. Das deutet darauf hin, dass Veranlagung auch eine Rolle spielt. Die oben genannte Statistik zur Verbreitung spricht aber eine deutliche Sprache und zeigt, dass Naharbeit die hauptsächliche auslösende Ursache der Kurzsichtigkeit ist (abgesehen von vergleichsweise seltenen Fällen mit anderen Ursachen).
Schließlich lässt es sich leicht im Tierversuch zeigen. Hühner, die in einem Raum eingesperrt sind, so dass sie nicht in die Ferne sehen können, werden relativ bald kurzsichtig.


Abhilfe

Kinder sollten nicht zu früh in die Schule geschickt werden, z.B. eher erst mit 8 Jahren (kein falscher Ehrgeiz!). Sie sollten viel mündlich beigebracht bekommen und durch Miterleben - so wie es von Natur aus war (Kinder sind ja von sich aus wissbegierig und ahmen vieles nach).
Wenn sie lesen oder am Computer sitzen, sollte es nicht zu nah an den Augen und nicht zu lang am Stück sein oder wenigstens mit Pausen unterbrochen, in denen man in die Ferne schaut (am besten weiter als 6 m). Zum Ausgleich ist viel draußen sein gut.
Wenn sie in die Ferne nicht mehr scharf sehen - evtl. zu erkennen, indem sie dabei die Augen zusammen kneifen (nicht wegen heller Sonne, sondern eher bei weniger Licht) - ist das ein Alarmzeichen und sollte ein Grund sein, etwas zu ändern. Die Kinder können selbst lernen, darauf zu achten, wie weit sie noch scharf sehen und wie sich das ändert, je nachdem was sie gemacht haben. Bei Sonnenlicht ist die Unschärfe nicht so ausgeprägt (engere Pupillen -> mehr Tiefenschärfe). Bei weniger Licht (Dämmerung) lässt sich die Entfernung, ab der die Unschärfe beginnt, besser bestimmen.
Eine Brille sollte, möglichst vermieden werden, da sie alles optisch näher holt und damit die Ursache verstärkt und zum Dauerzustand macht. Wenn es nicht ohne Brille geht, sollte sie wenigstens nicht zum Lesen auf behalten werden (so lange es geht). Das wäre so, als würde man das ohnehin im Nahbereich der Augen befindliche Buch noch näher halten. Kontaktlinsen sind darin noch ungünstiger, denn man kann sie nicht einfach zum Lesen abnehmen.
Insgesamt gilt es, den Anfängen zu wehren. In fortgeschrittenem Zustand ist ein Zurück viel schwieriger. Eine starke Brille einfach nicht aufzusetzen bringt nichts, weil die Augen vor lauter Unschärfe nicht wissen was sie machen sollen. Nur knapp an der Grenze zwischen scharf und unscharf haben die Augen die Chance, Fortschritte in die richtige Richtung zu machen. Eventuell könnte jeweils eine etwas unterkorrigierte (zu schwache) Brille dabei helfen. Als Kurzsichtiger auf einer einsamen Insel gestrandet, würde ich versuchen, an der Grenze der beginnenden Unschärfe (z.B. 20 cm) zu schauen und diese Grenze langsam weiter weg zu bekommen.

Babys und kleine Kinder sollen nachts nicht mit Licht schlafen (Schlummerlicht, siehe Link unten). Beim Lesen soll dagegen genügend Helligkeit (am besten Tageslicht) von Vorteil sein und eine größere Schrift besser als eine kleine.

Kleine Kinder sind wohl anfälliger, aber auch Erwachsene können noch kurzsichtig werden und sollten lang anhaltende Naharbeit eher verringern. Also, wo es sich anbietet, lieber öfter mal telefonieren als ne E-Mail schreiben - das erspart auch dem anderen die Naharbeit und entspricht auch sonst mehr dem Wesen des Menschen (es geht schneller bei gleichem Inhalt und man hört auch die Betonung).
Bürokratie sollte kräftig abgebaut werden. Das würde nicht nur viel Papier sparen, sondern auch die unerfreuliche Tätigkeit und die Naharbeit.


Quellen und weitere Informationen

http://kurzsichtig.org/#Ursachen
http://www.cosmiq.de/qa/show/1660955/Gibt-es-Moeglichkeiten-die-Sehstaerke-zu-verbessern/
http://www.augenklinik.li/ Fachlexikon / Kurzsichtigkeit
http://christlicheraussteiger.wordpress.com/2011/01/08/einschulung-besser-spat-als-fruh/
http://www.tagesspiegel.de/wissen/hilfe-fuer-kurzsichtige/1375194.html
http://www.focus.de/finanzen/news/perspektiven-schlummerlicht-foerdert-kurzsichtigkeit_aid_176664.html
http://www.focus.de/schule/gesundheit/gesundheit/kurzsichtigkeit-brillenschlangen-an-die-luft_aid_322345.html
http://www.augen-training.com/wie-kann-man-der-kurzsichtigkeit-vorbeugen-t1220.html
http://www.n-tv.de/wissen/Ferien-schaedigen-Kinderaugen-article1783386.html
http://www.laborundmore.de/archive/226343/Augenheilkunde-Kurzsichtigkeitsforschung-Myopie.html
http://www.tagblatt-anzeiger.de/Home/datenschutz_artikel,-Warum-wir-kurzsichtig-werden-_arid,209635.html

Buchtipp: [1] "Ohne Brille seh ich besser" von David de Angelis


Anmerkung - falls jemand unklar sein sollte, was das Thema mit Peak Oil zu tun hat:

Die reichliche Energieversorgung hat den Fortschritt und die heutige Zivilisation möglich gemacht. Bei der Frage, wie unverzichtbar diese Energieversorgung ist, sollten auch die Nachteile dieses Fortschritts in die Waagschale geworfen werden. Dazu gehört für mich, dass wir vor lauter Ehrgeiz nach "früher Bildung" so viele Kinder kurzsichtig werden lassen. Ich denke oft daran, wenn ich Kinder oder Erwachsene mit Brille sehe (auch wenn es nicht immer Kurzsichtigkeit ist). Im fernen Osten fällt es noch mehr auf, weil man dort noch schneller in diesen Fortschritt hinein gestolpert ist. Der Smog in China ist ein Beispiel, aber auch die viele Kurzsichtigkeit in Fernost.
Dieser Fortschritt ist verlockend, aber er tut in vieler Hinsicht gar nicht so gut. Eine naturnähere Lebensweise würde viele Probleme lösen und entspricht der Natur der Menschen besser.
Der zurück gehenden Energieversorgung bräuchte man dann gar nicht so nachtrauern.

Besonders relevant ist das Thema auch bei der Frage, ob wir unseren "Fortschritt" anderen auch noch empfehlen sollen. Mehr Schulen für Afrika?
Anderess Beispiel: Der Westen wollte unbedingt, dass sich China öffnet. Ich würde China eher wünschen, noch das Land der Fahrräder zu sein - statt zunehmend ein Land der Nasenfahrräder zu werden.


Grüße, Wolfram
Zuletzt geändert von Wolfram am Mi Dez 10, 2014 14:52, insgesamt 1-mal geändert.
von hunsbuckler
#107065
Und wie ist es mit (Alters-)Weitsichtigkeit?

Als Nachtwächter lese ich extrem viel (ein ganzes Taschenbuch pro 12-Stundenschicht) und bin in den letzten 3 Jahren von 0 auf 3 Dioptrien gerutscht.

An jedem Arbeitsplatz und im Auto und überall im Haus hab ich mittlerweile Lesebrillen rumfliegen, damit ich nicht wegen meiner Schusseligkeit ohne dastehe.

Der Verzicht auf Lesebrillen ist keine Option, ich MUSS lesen; insbesondere das Palm-Mäusekino bei der Datenerfassung für die Milchkontrolle ist ohne Lesebrille nicht zu entziffern.

Irritierenderweise kann ich aber auch Nummernschilder und Wegweiser auf Entfernung schlechter lesen - offenbar schrumpft der Scharfsehbereich von beiden Seiten.

Ich weiß, ich sollte längst zum Augenarzt gewesen sein.
Aber mein Vertrauen in diese Zunft ist äußerst gering:
Bei der Einschulung bekam ich schon eine Brille für mein von Anfang an unscharf sehendes rechtes Auge, die überhaupt nichts brachte.
Auch die Brille, die ich für den Führerschein bekam, korrigierte den Sehfehler nicht im geringsten.
Mit 35 machte ich einen letzten erfolglosen Versuch.
Die Brille fliegt nur pro forma im Auto rum...
von Karle2
#107066
hunsbuckler hat geschrieben:Und wie ist es mit (Alters-)Weitsichtigkeit?



Jungs, das ist irgendwie verwirrend. Ich bin alt und weitsichtig, aber in der Weite sehe ich auch immer schlechter, als dann wohl nah- und weitsichtig, was sich leider nicht ausgleicht.

Ich bin mit 35 an den PC gegangen und habe leider erst mit 55 gemerkt, wie übel das für die Gesundheit ist.

Aber meine eigentliche Frage bei der ganzen Verwirrung. Wenn ich mal morgens um 4 aus dem Schlaf gerissen werde und irgendwas machen muss. kann ich die aller-allerkleinste Schrift lesen. 2 Minuten, dann ist es wieder vorbei.

Wie passt das zu den ganzen Ausführungen?
von Wolfram
#107067
Hallo hunsbuckler und Karle,

es gibt ja diverse Sehfehler, bei denen die Ursache leider nicht so leicht zu durchschauen ist. (Auch bei Kurzsichtigkeit gibt es vereinzelt andere Ursachen -> Brechungsmyopie.)
Vielleicht wäre es ähnlich leicht, aber ich bin jedenfalls noch nicht drauf gekommen.
Wenn man die Ursache nicht findet, nicht vermeiden kann (z.B. Frühgeburt), oder "das Kind schon in den Brunnen gafallen" ist, ist es ja gut, wenn man mit Brillen o.ä. helfen kann.


Mir ging es wirklich speziell um die Kurzsichtigkeit, die vergleichsweise ein Massenphänomen ist (auch schon bei Kindern). Hier ist die Ursache leicht zu durchschauen, wie ich meine.
(Der Augapfel gibt sich wirklich alle Mühe, sich auf die Ebene bester Schärfe einzustellen. Zuletzt las ich, dass er die Entfernung der Netzhaut sogar selektiv einstellt, z.B. am Rand anders als in der Mitte, wenn man Brillengläser mit Löchern trägt - vorletzter Link oben. Diese Mühe wird ihm aber, wie beschrieben, zum Verhängnis, weil der Ziliarmuskel die Linse nur zusammen drücken, aber nicht weiter auseinander ziehen kann - wenn dann eine Brille verwendet wird und ein irreführendes Signal entsteht. Das Auge ist für langanhaltende Naharbeit - und das häufig - nicht ausgelegt.)

In der Folge dieser Kurzsichtigkeit kann es z.B. zu Astigmatismus kommen (ungleiche Brechung durch die Hornhaut in verscheidenen Richtungen oder an verschiedenen Stellen) oder im Spätstadium im Extremfall sogar zu Erblindung. Auch für die beiden Dinge habe ich keine schlüssige Erklärung mehr.
(Man müsste sich genauer mit dem Aufbau des Auges befassen. Es ist ja komplizierter als auf meinen Skizzen gezeichnet. Auch müsste man sich genauer mit der Geometrie der Lichtstrahlen auf dem Weg durch Brille, Hornhaut, Linse bis zur Netzhaut befassen. Linsen bedeuten immer Verzerrungen. Schon eine normale Lupe verzerrt. Zwei Linsen gleichen sich wohl nie ganz aus ... Vielleicht versucht die Hornhaut das auszugleichen?)

Manche Leute meinen, diese Kurzsichtigkeit wäre eigentlich ganz gut
- entweder weil die Kinder sowieso ihr ganzes Leben Naharbeit machen werden und dann die Augen dafür optimiert sind (Brille nur für die Ferne, Autofahren etc.).
- oder um eine später sowieso zu erwartende Altersweitsichtigkeit zu kompensieren.
Leider geht diese Rechnung nicht auf, sondern sie brauchen dann oft für alles 'ne Brille.


Ich versuche es trotzdem:

Bei der Altersweitsichtigkeit kannte ich nur die Begründung, dass die Linse mit der Zeit härter wird und deshalb nicht mehr so gut auf die Nähe scharf stellen kann (akkomodieren). Die Frage wäre, welche Faktoren eine Rolle spielen, warum die Linse härter wird.
Eventuell kann hier Augengymnastik helfen (evtl. mühsam).

Ich habe außer dem oben genannten (inzwischen verschenkten) noch zwei Bücher zum Thema:
[2] "Vergiss deine Brille" von Leo Angart - rund um das Thema gezielte Übungen
[3] "Eselsweisheit" von Mirsakarim Norbekov - von einem russischen Autor, ziemlich frech (wie der Titel schon andeutet) und unbequem (soll sich in Russland wie ein Lauffeuer verbreitet haben)

Im Buch [2] heißt es zur Altersweitsichtigkeit, zwei Erklärungen seien gängig: eine härter werdende Linse oder ein schwächer werdender Ziliarmuskel, aber: "Aus der Perspektive des Augentrainings betrachtet ist Altersweitsichtigkeit das Resultat eines allgemeinen Verlustes der Flexibilität der Augenmuskeln. Mit achtzehn Jahren konnten Sie nachts ausgehen, die Nacht durchtanzen und trotzdem am nächsten Tag zur Arbeit oder in die Schule gehen, ohne sich allzu sehr beeinträchtigt zu fühlen. Mit fünfundvierzig verfügen Sie nicht mehr über diese Flexibilität und Ihre Muskeln sind nicht mehr so geschmeidig." Das Selbe würde mit den Augen passieren und da bräuchte man Tai-Chi-Übungen. Die Augenmuskeln müssten gedehnt werden, damit sie weicher werden ... Dieser Zustand sei leicht zu beheben ...

Übrigens zu Astigmatismus heißt es, es würde teilweise auch nur an den Augenmuskeln liegen (die ja den Augapfel drehen, aber auch verformen können). Wenn sie verspannt seien (wie manchmal die Nackenmuskeln), könne das Auge schief sein, wie ein ungleich abgespanntes Zelt. Dadurch würde ein Punkt in einer Richtung unscharf, also als Stäbchen gesehen werden. Ich erwähne das, weil ich daraus schließen würde, dass allgemene Anspannung, Überarbeitung, zu wenig Schlaf ... eine Rolle spielen könnte.

Es gibt aber auch einiges über Augentraining im Internet. Man muss sich nicht unbedingt Bücher anschaffen.
(Natürlich ist es etwas paradox, auf Lesestoff zu verweisen, wo lesen doch nicht optimal für die Augen ist - aber auf so paradoxe Dinge stößt man öfter (z.B. vom Energie Sparen zu schreiben - aber das Internet braucht viel Strom), aber vielleicht lohnt sich der Aufwand. Bei natürlicherer Lebensweise würde oft das Problem und der Aufwand für seine Lösung weg fallen.)

Schließlich, statt wie oben gesagt, den Aufbau des Auges und die Geometrie der Lichtstrahlen bis ins Detail zu erforschen, kann man auch versuchen, möglichst genau zu beobachten, unter welchen Umständen sich die Augen wie verhalten. Das kann man selber machen und vielleicht kommt man auf etwas ...
Zum Vergleich: Sepp Holzer beobachtet genau, unter welchen Bedingungen Pflanzen gut wachsen (Begleitpflanzen, Bodenart, Feuchtigkeit, Kleinklima, Lichtverhältnisse ...). Dabei untersucht er nicht, welche Mikroben genau im Boden sind, was sich genau in diesen abspielt ... beliebig genau wird man das nie ergründen. Ich würde es so bezeichnen: Er macht nicht Mikro-Forschung, sondern Makro-Forschung.


Ich hoffe, dass für den Einen oder Anderen was dabei ist und wünsche gutes Sehen,

Wolfram
von Wolfram
#108229
Hallo mal wieder,

manche mögen ihn vielleicht schon nicht mehr hören, den Begriff "Digitalisierung".
Anscheinend so ziemlich jeder Politiker, der was auf sich hält (oder eigentlich zu wenig Rückgrat hat), meint diesem Hype das Wort reden zu müssen.

Dann gibt es noch eine Sache, für die "alle" so einhellig eintreten, ohne es je zu hinterfragen, dass es einen schon allein deswegen misstrauisch machen sollte. Das ist die Bildung - und die immer früher und früher - schon vor der Schule ... und neuerdings schon unter drei Jahren :-(

Beides zusammen ergibt Digitalisierung der Bildung, also etwa die Ausrüstung der Schulen mit WLAN und Tablets (oder gar der Kindergärten :-( ).Kaum ein Politiker scheint den Mut zu haben, das in Frage zu stellen (auch die "Grünen" nicht - die scheinen mir eher besonders eifrig von Digitalisierung zu reden).
Ist es aber wirklich gut?

Elektrosmog
Was machen Eltern, die es nicht möchten, dass ihre Kinder ständig den WLAN-Signalen im Klassenzimmer (vom Router und den ganzen Tablets) ausgesetzt sind?
Ich lege bei uns zuhause jedenfalls Wert darauf, dass WLAN aus ist und die beiden Laptops per LAN-Kabel mit dem Router verbunden sind.
(Wir haben zwar ein schnurloses Telefon, aber das muss genügen - an vergleichbarem Elektrosmog - und es läuft im Eco-Modus, wo das Mobilteil in Ruhe nicht sendet und die Basisstation auch nicht.)
-> WLAN an Schulen - Ärzte warnen vor Risiken für Schüler und Lehrer
-> Digitalisierung in den Schulen – Lernen aus Erfahrung
"... Und sie kamen zum Schluss, dass sie ihre Kinder lieber in eine Waldorfschule schicken und dazu auch jährlich einen beträchtlichen Batzen aufwenden wollten. So steht mitten in Amerikas «digital centre» eine entsprechende Schule, in die die Angestellten von Google, Apple und Yahoo usw. ihre Kinder schicken."

Energieverbrauch
Wenn an der Tafel geschrieben wird und in den Heften, dann braucht das keinen Strom. Es ist nur die Beleuchtung im Klassenzimmer, aber die dürfte so oder so an sein.
Im digitalisierten Klassenzimmer kämen die ganzen Geräte dazu, aber nicht nur das. Es wären auch anteilig die Rechenzentren, über die das Internet abgewickelt wird. Die "modernen" Betriebssysteme und Programme wollen ständig "nachhause telefonieren", um sich auf den neuesten Stand zu bringen. Leider haben da die Programmierer nur die Funktion (Fernwartung) im Blick, aber nicht die Nachhaltigkeit. Dann käme dazu die ganze Herstellung der schönen Tablets etc. von der Rohstoffgewinnung ... bis zur Entsorgung. Schließlich müsste das Geld für die schöne Technik irgendwo herkommen - durch anderweitige Wirtschaftstätigkeit, die wieder Energie und andere Ressourcen verbrauchen würde.
Die Einsparung von Papier für Schulbücher und -hefte, Stifte, Tafeln, Kreide, Schwämme und Wasser zum Tafel-wischen dürfte dagegen zu vernachlässigen sein.

Kurzsichtigkeit
Das Thema habe ich ja schon 2014 im Eingangsbeitrag beschrieben und in der Word-Datei auch graphisch dargestellt. Es ist nicht schwer zu verstehen. Die Verlängerung des Augapfels ist eine sehr naheliegende natürliche Funktion der Augen zur längerfristigen automatischen Scharfstellung - die nur durch die unnatürlich viele Naharbeit in die Irre geführt wird.
Unzählige Internetseiten bestätigen im Prinzip den Zusammenhang immer wieder "neu".

Mehr Brillen bei mehr Bildung (28.06.2018 ) "... Die Kausalität ist eindeutig." "Es liegt nicht an den Genen."
Ärzte warnen: Kurzsichtigkeit durch Smartphones (03.05.2017)
Machen Smartphones kurzsichtig? (2.3.2016)
Kurzsichtigkeit durch Smartphone
Smartphones und Tablets schädigen Kinderaugen (Video)

China erscheint beinahe vernünftiger - versucht wenigstens ein bisschen was zu ändern - kann das als autoritärer Staat auch leichter.
China kämpft mit Spielebeschränkungen gegen Kurzsichtigkeit
"... Das Ganze geht offenbar auf höchste Regierungskreise zurück: Nach Angaben von Eurogamer soll Staatspräsident Xi Jinping höchstpersönlich die Pläne vorgestellt haben..."
Leider wagt man sich nur an die Nebensache online-Spiele, aber nicht an die "wichtige" Bildung und => Wirtschaftstätigkeit.

Ich find's so peinlich, wie Menschen dem "Fortschritt" hinterher laufen und scheinbar gar nicht merken, dass sie dabei ihre Kinder und letztlich sich selbst zu Sehbehinderten machen.

Noch schlimmer
Das galt schon für's herkömmliche frühe Lernen. Mit Tablets und Smartphones kann es eher noch schlimmer werden.
- Was der Lehrer an die Tafel schreibt, ist weit genug weg, ermöglicht also Lernen ohne Kurzsichtigkeitswirkung.
Beim Abschreiben von der Tafel ins Heft geht der Blick wenigstens zwischendurch zur Tafel, wodurch sich die Augen entspannen können. Wenn die Tafel oder ähnliches wegfallen würde, weil die Lerninhalte direkt auf dem Tablet erscheinen, würde auch die so wichtige regelmäßige Entspannung wegfallen.
- Die beleuchteten Bildschirme können eventuell schädlich sein für die Augen, wegen hohem Blaulicht-Anteil, besonders bei dunkler Umgebung und daher weiten Pupillen.
LED-Lampen: Schädliches Licht für die Augen
Blaulicht bei Smartphone-Displays: Ernstzunehmende Sirene oder Fehlalarm?
- Dazu kämen weitere Kleinigkeiten, wie evtl. verarmtes Sozialverhalten, Motorik, kaum Übung in Handschrift (die ja nicht überflüssig, sondern eine kulturelle Errungenschaft ist). Mein Onkel meinte, er hätte sich das, was er von Hand geschrieben hat, am besten merken können.

Traurig genug, dass so viele Erwachsene in ihrem Beruf so viel am Computer sitzen. Man wundert sich, dass es trotzdem funktioniert. Nein, es funktioniert nicht. Die Leute werden krank genug durch Bewegungsmangel. Der Energieverbrauch mag kaum sinken trotz Klimakonferenzen. Die Böden werden langsam aber sicher dünner, weil die Leute für eine nachhaltige Bewirtschaftung fehlen und es dann eben Traktor + Chemikalien richten müssen.

Schlimm genug, dass auch Kinder schon so viel Freizeit mit Smartphone u.ä. verbringen, auf Kosten anderer Tätigkeiten. Auch noch den normalen Unterricht in Schulen darauf umzustellen finde ich völlig falsch.


Wird Zeit, dass ich nach diesem Beitrag wieder vom Bildschirm weg komme, Wolfram
Benutzeravatar
von Axel F.
#108230
Grüß Dich Wolfram,

wenn die Funkwellen für das mobile Telefon durch Wände gehen, kann mir keiner erzählen, es würde nur gerade mal 2 mm in den menschlichen Körper eindringen. Unser Körper nutzt für die Signalverarbeitung elektrochemische Verfahren. Ob und inwieweit hochfrequente Funkwellen hier stören ist zur Zeit noch Ansichtssache, die Hersteller meinen, alles nicht so schlimm und andere müssen nur an Smartphones denken und bekommen einen Ausschlag. Grenzwerte gibt es, aber ob die tatsächlich reichen? Sonnenlicht bewirkt auch etwas: Zuviel Sonne ergibt Sonnenbrand und zu wenig Vitamin D Mangel. Da liegt noch viel Forschungsarbeit vor uns, gerade, wo nun das tolle G5 Netz ausgebaut werden soll. Schön engmaschig, damit in der Stadt jeder etwas davon hat. Zielgerichtet sogar. Ganz im SInne der Rasterfahndung.

Du bemängelst die Wirkung der neuen Medien auf das Lernen und die Sozialkompetenz?

Zumindest für die Pflege der sozialen Kontakte ist das Internet nicht mehr wegzudenken. Whatsup, Instagram, Dating-Portale...Lieber einen virtuellen Kontakt als gar keinen... :-)

Schöne neue Welt.

Ich habe übrigens erstmal meinen Komposthaufen durchgewühlt, meinen Minigarten freut es, wunderbare Erde.

Gruß

Axel
Poker ums Öl

Ich weiß nicht, wie du auf 10.000 Tüten kommst. S[…]

Welche Kompetenzen brauchen wir?