Auswirkungen von Peak Oil auf die Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft

Moderator: marc

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von Mischa
#106553
Hallo Hunsbuckler,

deine Beiträge zu Freiheit, Freiwilligkeit und Kindersegen sind die besten, die ich in all den Jahren zum Thema Bevölkerungspolitik gelesen habe! Das bringt mein ethisches Empfinden in Einklang mit "Bevölkerungskontrolle" (ich hasse diesen nach Diktatur und Gewalt klingenden Begriff). Ja, so kann das gehen. Das macht Hoffnung und sellt eine Agenda auf. Dankeschön!

Gruß

Mischa
von Kilon
#106601
Ja vielseitig einsetzbarer Begriff.

"Regionales" (Hongkong, 1994 durch Abriss "gelöst" bzw verbessert) Beispiel für Überbevölkerung:

Kowloon Walled City

Bild

33.000 Menschen auf 0.026km² (~1,3 Mio Einwohner/km² hochgerechnet), für mich bis Heute ein Rätsel selbst bei 10-14 Stockwerken und 20m² "Wohnungen" für mind. 1 asiatische Familie. Okay waren arme Menschen, wenig Stromverbrauch, aber Nahrung. 33.000 Menschen + paar Tagesbesucher die in den wenigen Läden/Lokalen was konsumiert haben. Eigentlich müsste das mit LKW-Transporten logistisch gut geplant sein. Obwohl 33.000 sind nicht wirklich viel. 1 LKW + Anhänger (40t+ Nutzlast) am Tag reicht im Schnitt wohl aus.

Ich stieß darauf, dass relativ gesehen das Warschauer Ghetto schlimmer war, weil es zwar "nur" 500.000 Einwohner auf 4km² hatte, aber mit der Architektur von Pre-1939 klarkommen musste. Sprich die Fläche pro Einwohner wird in Kowloon durch die vielen Stockwerke, begehbare bzw bewohnbare Dächer, die tausenden strafen Leinen in den engen Gassen, überdurchschnittlich große Keller insgesamt größer gewesen sein. Besonders enge Planung bei den Gassen um mehr Wohnraum zu schaffen, lieber eng im Treppenhaus und auf der Gasse vor der Wohnung als in der Wohnung.

Ansonsten ist gemeint, dass wir nur soviele Menschen ernähren können indem wir motorisierte Ernte betreiben seit den 1950er Jahren auch außerhalb von den USA großflächig. Dazu kommt eine Steigerung durch ausgewählte Arten die dank der Globalisierung auch besser verteilt werden können. Was für uns (offiziell zumindest) noch ein Tabu ist, sind die genetisch manipulierten Mais oder Weizenprodukte. Ich glaube auch dort wird so eine Art "XXL"-Mais, "XXL"-Kartoffel usw. angebaut oder ist zumindest vorhanden.

Die Firmen deren Samen die Ausbeute stark erhöht haben anfangs (als ich mal ne Doku darüber sah) wohl sich zukünftige Einkommen gesichert. Es muss jedes Jahr ein bestimmtes "Genmaterial" (?) beim Säen der Felder benutzt werden. Sprich nix mit einmal kaufen und dann Jahrzehnte nutzen. Da laufen sicher noch Rechtstreitigkeiten... die nennen wir sie "Doomer", die pessimisten die sich auf die Peak-Theorie stützen die durch den korrekt vorhergesagten US-Peak 1970 bekannt wurde, haben sich seitdem immer wieder geirrt. Es war Glück... wären die Araber früher garstig geworden, dann hätte vlt. schon in den 60ern die 1. Phase offshore durch hohe Preise stattgefunden und Alaska usw...

However, wir sind abhängig gigantischen Mengen fossiler Energie um die steigende Weltbevölkerung zu versorgen. Nur die Energie muss doch nicht zwangsläufig dauerhaft fossil sein?! Denkt an DESERTEC oder so, bei der Technik ist es meistens ja so, wenn sie WIRKLICH gebraucht wird: Tot oder Leben ergo ernste Kriege sind da das beste Beispiel. Sagt der 4-Sterne General man braucht das und das wird Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt.

Durch unsere stetig steigende erneuerbar produzierende Energie bin ich zuversichtlich dass die Zahl an Menschen die wir ohne Einsatz von Öl- oder Erdgas ernähren könnten stetig steigt. Elektrische Traktoren und Erntemaschinen bzw. jene zur Saat wären ein Anfang. Wobei es ein Anfang wäre in vielen armen Regionen von den mittelalterlichen Methoden erstmal überhaupt auf motorisierte Ernte umzustellen, ggf. auch ausgewähltes Saatgut, das Beste vom Besten welches die Erträge steigert.

Da ich da zuversichtlich bin, dass in 30 Jahren extreme Mengen Energie erzeugt werden aus erneuerbaren Quellen jeglicher Art, finde ich die Frage der "Überalterung" viel wichtiger:

- Wie gehen wir mit einer Welt um in der mehr Menschen über 65 sind als unter 18?

Das ist das Schicksal welches früher oder später die Industriestaaten trifft ohne die "Schleuse" für große Mengen kleiner Kinder-Migranten zu öffnen.

Japan und Deutschland werden, gezwungenermaßen den Anfang machen.

Das Rentenalter von 65 gilt für Menschen wie meinen Stiefvater (*1946), ich glaub wer nach 1950 geboren ist kann erst mit 67 in Rente. Das sind 2 extrem wichtige Jahre für eine große Zahl von Menschen, aber das Problem kommt danach... ab 1960 flacht die Geburtenrate wieder ab. Das Durchschnittsalter steigt aber immer weiter dank der guten Versorgung in Deutschland und Japan (und Japan scheints in den Genen zu haben, kein Volk hat soviele über 100-jährige wie Japan, zumindest bevölkerungsbezogen, aber auch bei Indien und China bezweifel ich dass es mehr gibt als in Japan...)

Sprich wenn bis dahin das Finanzsystem nicht sowieso anderweitig kollabiert, muss jeder der weniger als 10 Jahre bis zur Rente hat damit rechnen, dass das Rentenalter erhöht wird. Bei einigen Facharbeitern ist das sogar sehr wichtig, bei anderen würden viele in Frührente gehen, das verstärkt jedoch das "Armut im Alter"-Syndrom.


Ansonsten sagen die Prognosen sowieso ein "Peak Population" voraus, China beispielsweise nähert sich immer mehr diesem Peak, weshalb Indien auch in der 2. Hälfte dieses Jahrhunderts das bevölkerungsreichste Land sein wird, dank seiner massiv jüngeren Bevölkerung kann ich mir vorstellen, dass Indien bis dahin auch China in vielen anderen Bereichen eingeholt haben wird. Zuerst in Europa, dann in Nordamerika wird in dieser Zeit ein Bevölkerungsrückgang stattfinden. Ebenso in Australien und Neuseeland sowie zahlreichen kleinen Inseln in Ozeanien.

Auf kurze Sicht haben sich die Prognosen als "in die richtige Richtung gehend" bewährt, daher denke ich langfristig werden sie mehr oder weniger präzise eintreffen. Das Problem löst sich selbst. Ein Krieg ist natürlich auch ein mögliches Szenario, dies ist auch der Grund wieso Afrika erst jetzt ~1 Milliarde Einwohner erreicht hat, weil es sonst praktisch durchgehend von 1-2 Kriegen, mehreren Bürgerkriegen (mehr oder weniger aktiv) und dem ein oder anderen Völkermord heimgesucht wurde. Sowjetische Waffen sind bisher das A und O für Afrikas Kinder- und Bürgerarmeen die unter Vorspielung falscher Tatsachen ihre "heimischen Reichtümer" verteidigen.

Ansonsten mit Methoden von 1900, wieviele Menschen sind damit versorgbar?! Ich glaub etwas mehr als 2,5 Milliarden, jede zusätzliche Million bedeutet einen zusätzlichen Kohleverbrauch der Klimatechnisch inakzeptabel wäre auf Dauer. Würden wir jetzt die Methoden von 1800 nehmen, als 1 Milliarde Menschen weltweit lebten, wäre dies sicher Richtung 1,5 Milliarden erweiterbar, aber man müsste neue Siedlungen gründen und neues Ackerland gewinnen.

Ebenso müsste man den Weg vom Feld bis zur Verarbeitung und zum "Kunden" eben so kurz wie möglich halten. Wurde ja damals gemacht. Ich meine das Wachstum damals basierte zu großen Teilen, besonders in Nordamerika auf Sklavenarbeit. Man bräuchte mit den Methoden jener Zeit eine proportional zur Bevölkerung anwachsende Sklavenarmee und genug Landfläche, künstliche See- und andere Wasserwege, besonders im Westen der USA und ein wenig nördlich nach Kanada rein...

Okay bei den Zahlen, 1927: 2 Milliarden nehme ich glaub ich das von oben zurück, dass wir in absehbarer Zeit (~25 Jahre?) uns mit EE irgendwie über Wasser halten könnten. Wenn man das so beachtet sind wir wirklich ziemlich am Arsch. Wir brauchen gar nicht die vielen neuen Autofahrer, Konsumenten aus Asien und in kleinerer Zahl aus Afrika/Südamerika... schon die Ernährung der Welt stellt uns vor große Probleme und dass die reichen Länder quasi die Produktion von Bioethanol und deren Beimischung gesetzlich vorschreiben verschlimmert dies ja eigentlich nur, weil der Zucker für das Ethanol wäre sehr nahrhaft für viele Menschen...
von hunsbuckler
#106602
Zwar von 2009, aber immer noch ziemlich aktuell:
Das Buch"Kein Brot für die Welt".
Gerade gelesen, ziemlich besorgniserregend, wie die Probleme Klimawandel, Wassermangel, Bodendegradation, Teller-Tank- und Teller-Trog-Konkurrenz, Biodiversitätsverlust, mangelnde Kaufkraft und Bevölkerungswachstum besonders in Afrika (Niger: Verdoppelung in 30 Jahren) einer ausreichenden Pro-Kopf-Versorgung entgegenwirken.
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