Rund ums Erdöl, Erdgas, Kohle und das Derivat Autogas usw...

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von marc
#107321
Tourix hat geschrieben:
Die Krim ist nur ein Flugzeugträger für Langstreckenbomber

Das kann natürlich sein, aber wenn Putin gar nichts für die Menschen dort macht, wird er unglaubwürdig.


Noch einmal kurz zur Krim:
Hier ein Auszug aus der Financial Times aus 2013:

“We have attracted investors which will within five to seven years maximum double Ukraine’s domestic gas production,” Viktor Yanukovich, Ukraine’s president, said last Thursday. Ukraine’s government gave formal approval that day for signing the production-sharing agreement with Eni and EDF involving exploration of oil and gas off the eastern coast of Ukraine’s Crimean peninsula.

Mykola Azarov, Ukraine’s prime minister, said the $4bn project could increase Ukraine’s annual oil and gas equivalent levels by 2m-3m tonnes in coming years.

http://www.ft.com/cms/s/0/06fe2f60-3966 ... z3WinD84vA

Auch hier im Handelsblatt kann man sich die Situation kurz vor dem Besuch Yanukovichs in Moskau ansehen - als wenige Wochen vor dem Maidan und nur sehr kuru vor der Annexion der Krim und den Entwicklungen in der Ost-Ukraine.

Handelsblatt: Ukraine hat Perspektive zu ernergetischer Autonomie

Man sieht übrigens Herrn Yanukovich im Hintergrund applaudieren - offenbart gefällt ihm zu dem Zeitpunkt noch die Idee einer perspektivischen Energie-Autonomie.

Auch hier (in 2013) ist man offenbar noch guter Dinge:

Bild

Das geht also über "Flugzeugträger" etwas hinaus...
von Kilon
#107326
Bedeutet? Russland hat sich die Krim geholt wegen der Gas (und minimal wohl auch Öl-)-Vorkommen? Erst die Offshore-Felder vor der Krim und nun das Yuzivska-Feld was man in deiner Grafik gut sieht, welches im tiefen Osten der Ukraine liegt... genau das Gebiet, welches die Seperatisten beanspruchen.

Sprich Putin will verhindern, dass die Ukraine eine eigene nennenswerte Gasproduktion aufbaut und annektiert die Krim und versuchst dies mit den östlichsten Provinzen wo auch die größten Onshore-Vorkommen liegen die sich (noch) nicht in russischer Hand befinden?!
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von marc
#107327
Bedeutet: die Funktion der Krim geht über die eines "Flugzeugträgers" hinaus. Erst einmal nicht mehr.

Nur weil etwas gewisse Vorteile bringt, muss das nicht die zugrunde liegende Motivation sein. diese "cui bono" Kauslitäts-Konstruktionen führen einfach zu oft in die Irre oder die Oberflächlichkeit.

Wenn man so will haben die Vorgänge auf dem Maidan und die Folgen aus Sicht der Öl-Unternehmen eher geschadet. Es scheint ja ansonsten alles schon trockenen Tüchern gewesen zu sein - auch mit Yanukovich.

Merkel hat sich am 18.11.2013 zudem "gegen" ein Assoziierungsabkommen mit der Ukraine ausgesprochen


Ist alles ein wenig komplexer als man meint. Nur die Krim als "Fluzeugträger" zu bezeichnen oder auf die Stationierung der Schwarzmeerflotte zu reduzieren greift eindeutig zu kurz.
von Kilon
#107332
Für mich bleibt es ein Akt der Aggresion. Ein Testen der Grenzen - wie seinerzeit das 3. Reich... wie weit kann man gehen? Erst die Krim annektieren, dann (das ist denke ich bewiesen, egal ob Pro-Russia oder Anti-Russia) die Unterstützung des russischen Militärs für die Aufständischen. Mit Ausbildung, Waffen, Munition, Kraftstoff... alte Panzer und gepanzerte Schützenpanzer oder "Armoured Personal Carriers" gibt es zwar auch auf dem Schwarzmarkt, aber die kommen IMHO direkt aus Russland. Dort waren sie "eingemottet" und schon stillgelegt.

Ich weiß die Ukraine ist sehr weit davon entfernt ein "vernünftiger" Staat zu sein, aber ohne Unterstützung von Außen würden die Streitkräfte der Ukraine sicher keine Probleme mit einigen Zehntausend "Rebellen" haben die sich selbst finanzieren und bewaffnen müssen. Ich mein Artillerie, Mörser und Boden-Boden oder Boden-Luft-Flugkörper sind teuer und die haben die Typen sich dort ja nicht aus dem Ärmel gezaubert, und sicher auch nicht auf dem Schwarzmarkt im Kaukasus (Tschetschenien etc) oder in Ostafrika. Nur Privatpersonen würde selbst die Ukrainische Armee das problemlos schaffen, aber wenn man bedenkt, dass die sogar Flugzeuge (dieser Malaysia Flug?) in über 10.000m Höhe abschießen mit modernen Flugabwehrsystemen. Für 2015 wird das ukrainische Militärbudget wiegesagt auf über 5 Milliarden Dollar aufgestockt, was ein "gigantischer" Anstieg gegenüber dem vorherigem bedeutet. Vermutlich eine kleine Solderhöhung (Stärkung der Moral), aber vorallem um gebrauchte US- oder Europäische Waffensysteme zu kaufen... nicht mehr benötigte Flugzeuge (F-15, F-16, F-18 Hornet oder Super Hornet), Panzer (Leopard 2, M1 Abrams - die etwas älteren Ausführungen) usw... mal sehen ob das ausreicht.

Man will keine Verluste von Westeuropäern, also rüstet man die Ukraine auf. Weil dort sind selbst Tausende Tote Soldaten kein echtes Problem, während in Deutschland, Frankreich, England, USA etc. jeder einzelne Tote Soldat zu Diskussionen und Kritik durch die entsprechenden Regierungsgegner führen würde...

Die 3 Baltischen Staaten sind auch auf Alarmstufe Dunkelgelb und auch in Polen gibt es schon Strategien für eine Offensive aus Osten kommend, im äußersten Osten Polens würde man einige Gebiete aufgeben und sich zurückziehen auf Positionen die viel besser zu verteidigen sind aufgrund ihrer Lage/Höhe, Ausbau der Befestigungsanlagen usw.

Jedoch wie Putin am Telefon sagte, in 2 Wochen hätte er die Ukraine erobert wenn er wollte und die 3 Baltischen Staaten geschlagen und Polen, evtl. Finnland, Rumänien etc. großen Schaden zugefügt...
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von marc
#107333
Das sollten wir im Bereich "Geo-Politik" weiterdiskutieren :-)
von Kilon
#107444
Um wieder on topic zu kommen:

North Dakota's oil production has peaked

Wie auch im Artikel beschrieben ist Peak sicher das völlig falsche Wort, vielleicht "vorläufiger Peak".

The state produced 1.17 million barrels per day (bpd) in April, down from a peak of 1.23 million in December


In the seven months between February and September 2014, output increased by 233,000 bpd, while in the seven months from September 2014 to April 2015, output actually edged down 18,000 bpd.


In North Dakota, the number of active rigs fell to a new recent low of just 76 on Tuesday, according to the DMR, and has shown no sign of increasing.

Continental Resources' Chief Executive Harold Hamm has said that $70 per barrel is a price "that turns it on for us".


76 Rigs produzieren über 1,1Mbpd?? Das ist eine Menge pro Rig... das dürften so über 14.000bpd oder so jeweils sein...

Was die 70$ betrifft, ich glaub da haben andere Länder noch Ressourcen die zu Reserven werden bei niedrigeren Preisen. Langfristig vermutlich sogar 60$, aber ist ja auch nicht ganz sicher ob der Preis nicht wieder sinkt und es dauert seine Zeit bis sowas umgesetzt ist... und da Russland/OPEC den Markt fluten warten viele wohl lieber ab. Katar wird 2016 sein erstes Haushaltsdefizit seit 2001 haben (es sei denn der Preis explodiert dieses Jahr noch),

aber die Reserven sind ausreichend und man hat ja noch Erdgas, wo man noch eher in der Investitionsphase ist (LNG-Tanker bauen lassen, Terminals, Pipelines unter Wasser bauen etc.), der satte Netto-Gewinn wird wohl erst dann eingefahren wenn man 10-15 LNG-Tanker hat die in der Lage sind über 100 Milliarden m³ Erdgas zu exportieren.

Saudi-Arabien soll bis 2017 hinkommen, kann aber in einigen Bereichen notfalls auch Einsparungen vornehmen, Milliardenauszahlungen an die tausenden Nachkommen von König XYZ, eine Halbierung würde schon extrem viel Geld einsparen, sonst Militärübungsmanöver, Neuanschaffungen hinauszögern, ausscheidende Soldaten nicht durch neue ersetzen oder auch allgemein Soldaten "entlassen". Schauen wir mal. In den USA waren die "Privatpersonen-Meilen"-Zahlen im März seit dem Rekordjahr 2005, ergo März 2005, die höchsten. Die Autoverkäufe sind auch sehr gut. Der Arbeitsmarkt offenbar auch...

Allerdings ist die Effizienz je Meile diesmal spürbar höher als noch 2005... aber man ist positiver Dinge was die "Driving Season" angeht... der Preis ist ein wichtiger Faktor dabei wie Umfragen zeigten, besonders bei den Jungen Autofahrern ist es mit der wichtigste Faktor, viele fahren bei günstigen Spritpreisen einfach so mehr um die Gegend und an Feiertagen auch über Distanzen die 50 Meilen übersteigen, während das bei alten Leuten nicht gaaanz so wichtig ist, und außer an der Westküste direkt ist der Sprit ja vergleichsweise günstig.

Ansonsten wie lange Kanada noch 2,75 bis knapp 3 Mio Barrel täglich liefern kann ist für mich ein Rätsel... ist doch bei den Preisen ein Zuschussgeschäft für Kanadas Ölsandproduzenten, Alberta spürt es jetzt schon... so lange liefern sich Saudi-Arabien/OPEC und Russland ein Wettrennen um Marktanteile in den USA und vorallem Asien.
von Kilon
#107627
Die "historische Marke" wurde überschritten.

In den kommerziellen und staatlichen Lagern befinden sich erstmals über 2 Milliarden Barrel (!) verschiedenster Produkte die mit Erdöl oder zum Teil aus Erdgas hergestellt werden. 2 Milliarden Barrel... das sind ~318 Milliarden Liter, unvorstellbar!

Private Bestände in den Fahrzeugen, Flugzeugen, Diesel-Loks die im Nordwesten wieder Verbreitung finden, auch um das Öl aus North Dakota abzutransportieren, deren Diesel-Tankfüllungen sind auch nicht mit dabei.

Bei Kerosin glaube ich dass auch nur das "gebunkerte" Kerosin mitgezählt wird. Kerosin in Flugzeugen die gerade irgendwo rumstehen wegen mangelnder Nachfrage oder so zählen nicht dazu, ebenso wenig wie die großen Mengen in der Schifffahrt.

Naja der 08/15 Fernsehzuschauer der letztens diese Doku (hab sie auf Youtube gesehen, "etwas" pessimistisch, aber wenigstens bis 2001 bzw. 2003 (Afghanistan + Irak) ziemlich ehrlich.

Wir haben diese Überversorgung obwohl Libyen nur auf äußerster Sparflamme läuft, aus Syrien fehlen seit Herbst 2011 etwa 100.000 Barrel Rohöl, okay das ist sehr wenig zugegeben, aber wenig später wurde das saftige irakische Wachstum aufgehalten. Bei 100$ und ohne den Preisknick letztes Jahr wäre eine irakische Förderung, inkl. Kurdistan, von locker 4,5 Mbpd möglich IMHO...

Iran würde gerne mehr fördern aber muss 1 - 1,1 Mio Barrel zurückhalten, wie der Irak in den 90ern,

Russland kann bekanntlich die 10 Mio + aufrechterhalten, Nicht-OPEC Member haben zum Teil viel produziert (Oman z.b.) und in Ostafrika gibt es Funde, da hat man aber nur an der Oberfläche gekratzt, derzeit ist die ungünstige Lage (kein Verbraucher befindet sich wirklich in der Nähe) sowie politisch instabile Lage ein Bremsfaktor, aber wieso sollte es dort in Tansania und Mozambik (dort wurde bisher Erdöl gefunden) nicht noch viel mehr Felder geben? Man hat nur einen kleinen Bereich erkundet, und Madagaskar hat sicher auch Offshore-Vorkommen... aber derzeit braucht die kein Schwein.

Katar ist zwar OPEC-Mitglied aber mit seiner GtL-Technik handelt es eigentlich gegen die Interessen der OPEC indem es (sein) Gas verflüssigt...
von Tourix
#107628
aber wieso sollte es dort in Tansania und Mozambik (dort wurde bisher Erdöl gefunden) nicht noch viel mehr Felder geben? Man hat nur einen kleinen Bereich erkundet

Bist du dir da sicher ?
Man untersucht nur die Gegenden, die geologisch ein erdölvorkommen ermöglichen.
Die Welt dürfte weitgehend nach leicht erreichbaren Ölvorkommen erforscht worden sein - bis in die letzten Winkel.
von Kilon
#107637
Darauf schwören würde ich sicher nicht ;)

War nur eine logische Überlegung. "Landlocked", ungünstig nach Europa und Asien und noch ungünstiger nach Amerika. Dazu noch eine Pipeline im Falle Tansanias beispielsweise. Madagaskar dürfte Offshore wiegesagt auch etwas haben.

Jedoch ja, alleine die Lage ohne Meeranbindung macht die Produktion teuer. Man sieht es am Tschad. Dort wurde eine Pipeline gebaut in dem Riesenland (~1,2 Mio km²), diese verläuft nach Nigerias Ölhafen, also ein Land wo schon Ölinfrastruktur existiert.

Das ganze für etwas über 100.000 Barrel bei hohen Preisen. Jetzt sogar knapp unter 100.000 Barrel. Kann mir nicht vorstellen, dass im gesamten Land gesucht wurde. Funde in Afrika sind zahlreich, eher klein, aber viele kleine Funde machen auch etwas aus. Ich glaube nicht, dass man sich den ganzen Aufwand für 100.000bpd gemacht hätte im Tschad.

Jedoch müsste man dann wieder über "leicht erreichbar" diskutieren. Ob es eine Preis- oder Technikfrage ist... am Ende ist Max Mustermann an der Tankstelle auch egal ob sein Benzin aus Ölsanden stammt oder aus Saudi-Arabien oder Norwegen... der Preis hingegen...
von Kilon
#107777
Ich frage mich seit Jahren: Wie kommen Amerikaner zur Arbeit?! Die sind doch eigentlich besonders für ihre Fahrfreudigkeit auch zum Arbeitsplatz bekannt, mitunter wegen der Kultur und auch wegen des weiträumig nur schlecht ausgebauten öffentlichen Nahverkehrssysteme.

Jetzt sind in den letzten 4 Jahren wohl über 7 Millionen neue Stellen entstanden. Jedoch die jeweils über 200.000 neuen Stellen pro Monat in den letzten 1-2 Jahren machten sich praktisch nicht bemerkbar beim Benzinverbrauch?! Wie geht das? Selbst wenn ein gewisser Teil die Bahn nutzt und so, ein großer Teil der einen PKW besitzt und vorallem eher ländlich wohnt wird das auch tun,

aber da müsste doch bei über 200.000 neuen Jobs monatlich (in etwa 10.000 neue Stellen pro Werktag in den letzten 2 Jahren laut US-Quellen und eben "nur" 5,0% Arbeitslosenquote), wo bleiben diese Meilen bzw. der zusätzliche Konsum?!

€dit: Sogar der Preis sinkt zwar jetzt derzeit die letzten 3-5 Tage nur seeeehr langsam im US-Schnitt, jedoch sind das noch die Barrelpreise von 42$+ (eben hat um 22 Uhr zumindest in London WTI mit 36,03$ je Barrel geschlossen und Brent auch nur 36,87 - das wäre was für meinen anderen Thread mit dem Preisunterschied...

Bei WTI macht das 0.86$ je US Gallone als "Börsenpreis" oder aber ~0,23$ je Liter Rohöl. Die Raffinerien verdienen sicher schon so gute 5 Cent pro Gallone mindestens und in abgelegenen Regionen kommt noch Transport dazu, aber Donnerstag früh schon wurden für die USA seit langem erstmal ein Durchschnittspreis von 2,007$ ermittelt, sprich aufgerundet zwar nach wie vor noch 2,01$ je Gallone, aber am Mittwoch stieg der Preis ja um 1/10tel Cent... sind wohl wieder neue Wochendaten da, na jedenfalls denke ich Weihnachten wird es im Schnitt in den USA unter 2 US-$ für einfaches Benzin im US-Schnitt liegen. Die Verzögerung nach oben geben die Firmen bekanntlich sehr schnell und "gerne" weiter, während umgekehrt dauert es eine ganze Weile liegt,

selbst bei in den USA gefördertem Rohöl glaub ich mind. etwas über 2 Wochen von der Pumpe bis zur Zapfsäule und bis 3 Wochen bei Erdöl aus Alaska und Federal Off-Shore, die Alaska Menge wird ja auch wöchentlich "In-Transit" angegeben unter Reserven, wobei da zeigt sich auch wie stark Alaska bereits entfernt ist vom Jahr 1988 als man mit 2,2 Mio Barrel den Peak erreichte und damit die gesamte US-Kurve (Hubbert-Kurve war durch Alaska nur noch sehr bedingt nutzbar), in Alaska ist es vermutlich durch den Preis (147.50$ aus dem Sommer 2008 jetzt inflationsbereinigt wären sicher an die 170$ der damalige Höchstpreis? Jedoch werden die glaub ich auch bei 40$ ne längere Zeit klarkommen weil der Staat ihnen (denke ich) hilft bevor praktisch alle US-Klein und Mittelgroßen Unternehmen (was ja eh nur eine Handvoll ist die noch direkt in der Erdölförderung aktiv ist, das sind in den USA ein paar kleine und noch viel weniger "mittlere" und ich glaub die will die OPEC in die Insolvenz treiben. Bei uns wird ja nur Mittelplate überhaupt erwähnenswert gefördert, und im Heizölverkauf ist es in Berlin offenbar gerade so richtig, und diese kleinen meist noch Familienbetriebe haben ja absolut nichts mit Förderung zu tun, sondern im Gegenteil sie kaufen das Heizöl/Diesel von den Raffinerien der großen Multis. Im Osten großteils russisches Erdöl und im Süden und Westen Deutschlands ist es ein Mix aus "anderweitigem" Erdöl (Nigeria, Aserbaidschan, sehr stark schwankend was da in Hamburg für ein großer Tanker einfährt, mal kommt einer mit Erdöl aus Nigeria und dann laut den "BAFA"-Daten für 1-2 Monate nicht ein Tropfen. Wiegesagt die paar Staaten die schon seit Jahren schicken sind eben: Russland (~40%), Nordsee (lag mal bei über 35%, jetzt nur noch so 22-23%) . Im Norden dann dafür fast nur Nordsee-Öl und den "Öl-Mix" der immer sehr bunt ist in Deutschland. Das weiß nicht nur Nigeria, Kasachstan, Aserbaidschan usw... diese "nicht festen"-Mengen die zwar mal mehr, mal weniger verbraucht werden, müssen so oder so importiert werden, jedoch in Deutschland gibt es da sehr viele kleiine Lieferanten und mehrere mittlere die jedoch extrem stark schwankende Ölmengen nach Deutschland liefern gemäß Monatsberichten bzw. oft nur alle 2-3 Monate was, dann pause, so richtig "fest" sinds glaub ich mit Ex-Sowjetstaaten gute 10 Staaten.

Januar bis Oktober 2015 stieg der deutsche Ölimport (für mich überraschend) um 2,7% von 73,9 Millionen Tonnen Rohöl auf 75,9 Mio Tonnen.


fiel die deutsche Rohölrechnung im aktuellen Zeitraum mit 28,0 Milliarden Euro um 14,7 Milliarden Euro niedriger aus (als von Januar 2014 bis Oktober 2014)


lag der Grenzübergangspreis für die Tonne Importrohöl aktuell mit 369,60 Euro (vorher 579,33 Euro) im Schnitt um 36,2 % niedriger
.

In diesem Jahr kamen in dem Vergleichszeitraum 26,720 Millionen Tonnen Erdöl aus Russland, im letzten Jahr waren es in den ersten 10-Monaten "nur" 24,808 Mio Tonnen... Im Oktober 2015 selbst lieferte Russland 2,904 Mio Tonnen. Stark abgeschlagen auf Rang 2 liegt diesmal Norwegen mit 10,893 Mio Tonnen verglichen mit 12,702 Mio. Tonnen noch im Vorjahreszeitraum. Im Oktober 2015 lieferte Norwegen 937.000 Tonnen Erdöl nach Deutschland. Die ganzen Länder die alle folgen (Großbritannien, Nigeria, Aserbaidschan, Algerien, Ägypten, Libyen, Irak und Saudi-Arabien... in dieser Reihenfolge was die Mengen angeht, wobei Saudi-Arabien der kleinste Lieferant war der bis Oktober etwas über 1 Mio Tonnen Erdöl nach Deutschland gebracht hat, mit 1,098 dieses und 1,183 letztes Jahr (185.000 im Oktober 2015). Darunter folgen sehr viele Länder die alle aber echt kleine Mengen nur lieferten (wiegesagt alle unter 1 Million Tonnen in 10 Monaten... ergo weniger als 100.000 Tonnen pro Monat im Schnitt). Joa, wiegesagt Norwegen und Großbritannien.... Großbritannien ist oft vor Norwegen, aber nur weil die Felder direkt nach Schottland führen und von dort aus dann weiter nach Europa bzw. in Großbritannien selbst. Das interessante Norwegisch-Russische-Experiment im äußersten Norden wo man sich auf 50/50 geeinigt hat, wurde auch nach der Krimkrise noch eine ganze Weile weiter betrieben aber ich glaub inzwischen ruht das Testprojekt in dem arktische Förderung besser untersucht werden sollte, vielleicht jedoch läuft es auch weiter.

Die Mengen waren nicht soo groß besonders da ja geteilt wird deckten sie sicherlich nicht mal die gesamten Projektkosten ab, aber solche Erfahrung ist nicht direkt käufglich, da man auch nicht sehr tief bohren wollte in den ohnehin extrem harten Permafrost-Boden dort konnte die Menge auch nicht wirklich groß sein, wobei es mehrere Stadien gab und das 1. Stadium ist schon vor Jahren gestartet, ich glaube jetzt war man doch schon so weit, dass man Erdöl und Erdgas-Kondensat von dort per Tanker hat abholen lassen auf beiden Seiten. Das Erdgas wurde wohl zu 100% zum Heizen und für Elektrizität und elektrische Schneemobile und sowas genutzt. Es ging nur darum um Erfahrung zu sammeln für ähnliche Projekte im gigantischen Ausmaß, ziemlich sicher das Kaspische Meer. Kasachstan braucht da unbedingt Hilfe, die schaffen das alleine derzeit nicht an die dort geschätzten 10-30 Milliarden Barrel Reserven (einige sind noch viel optimistischer und sagen über 100 Mrd Barrel OOIP lagern dort und dass davon eben 40% und mit der Zeit zunehmend mehr gefördert werden wird. Ich denke jedoch, Russland hat auch einengrößeren Fund im Kaspischen Meer in ihrem jetzigen Abschnitt gemacht und es nicht groß publik gemacht, denn Russland scheut ja davor zu viele Ölreserven ausgewiesen zu haben (IMHO der Hauptgrund wieso man die OPEC-Einladung ablehnte weil für 10,74 - 10,8 Mio Barrel "Liquids" müsste Russland mind. 150 Mrd Barrel Reserven haben nach der alten Quotenregelung... die OPEC schickt ja nun auch nicht alle paar Monate eine Einladung an irgendwelche Ölproduzenten heraus, das waren jetzt in kurzer Zeit 2 Stück, aber die eine war ja abgesprochen und sehr Willkommen von Indonesischer Seite aus und sonst ist es schon ewig her, in den frühen 90ern einige Austritte von Afrikanischen Kleinexporteuren und ich glaub Ecuador war von 1992 - 2007 abwesend und ist jetzt wieder da, also das kommt nur selten vor)

Die OPEC ist inzwischen so verzweifelt oder mutig, dass sie sogar tief in die Ostsee vordringt mit ihren kleinen Öltankern. Polen hat erst kürzlich erstmals von einem saudischen Öltanker an einem polnischen Hafen eine größere Menge Erdöl gekauft, 100.000 Tonnen. Das soll laut beiden Seiten der Beginn einer längerfristigen Versorgung Polens durch Saudi-Arabien und auch andere OPEC-Mitglieder um die massive Abhängigkeit von Russland noch weiter zu reduzieren. Wobei Polen dort ja eh schon relativ bemüht ist und besonders in West-Polen ist Statoil aus Norwegen mit seiinen eigenen Tankstellen sogar desöfteren präsent, und wer weiß ob sie nicht auch fertige Ölprodukte aus ihren Raffinerien an die stark sinkende Anzahl aber nach wie vor noch existierende wenn auch deutlich kleinere Zahl von "Freien Tankstellen" ihr Öl verkauft. Damit ist Polen glaub ich "nur" zu 60-70% von russischem Erdgas abhängig, im tiefsten Nord-Osten kommt ein wenig soweit ich weiß aus Litauen wo ja die einzige Raffinerie im Baltikum steht. Für das kleine Land ist nach dem Verlust seiner Kernreaktoren diese Raffinerie jetzt noch der letzte "Trumpf" den man aus Sowjetzeiten übernommen hat bis Heute. Er sichert direkt eine ganze Menge Arbeitsplätze in Litauen, dann sicher noch viele LKW-Fahrer etc... die gesamte Region wird beliefert, manchmal sogar bis in die USA, früher jedenfalls. Wenn die OPEC jetzt sogar schon Tanker durch die recht engen Gewässer da bei der Insel von Kopenhagen hinschickt, dann meinen sie es echt ernst und versuchen in Polen, Schweden, Finnland, Litauen (kann man Lettland und Estland direkt mit in die Kategorie packen) wenigstens erstmal mit kleinen Mengen einen Absatzmarkt zu erschliessen. Die OPEC weiß ja, dass die Nordsee als bisheriger 2. großer Lieferant neben Russland die Region mitversorgt hat, aber eben 1999/2000 (Großbritannien) und 2001/2002 rum in Norwegen ihren Peak hatten. Sprich selbst trotz sinkender Bevölkerung und schwierigen wirtschaftlichen Zeiten ist der Ersatzmarkt für Nordseeöl "offen". Nachteilig ist eben, dass man wohl mit den Tankern die mehr als 3 Mio Barrel transportieren nicht mal dran denken sollte da über Dänemark in die Ostsee zu fahren oder geht das doch easy? Wie auch immer, die großen Tanker mit über 3,1 Mio Barrel sind eh zu groß für die jeweiligen Abnehmer. Daher machen kleine, schwach motorisierte und daher günstig auf dem Weg befindliche Öl-Tankschiffe durchaus Sinn mit evtl. bis zu 250.000 Tonnen je Schiffsladung oder so...



Das wäre ein ordentlicher Preis um auch gründlicher in Alaska zu suchen und bei Verdacht zu bohren und eben ausrechnen ob Förderung überhaupt soviel Öl zu Tage bringt, dass die Kosten gedeckt sind und auch noch ein netter Profit rumkommt, und die etwas größeren Mini-Felder, jedoch hätte sich das auf die ganze Welt übertragen und wir haben auch so schon eine wahre Ölflut in den Tanklagern der Netto-Importeure, und teilweise auch randvolle Lager im Iran z.b., alleine bis zu 30 Millionen Barrel auf alten Tankschiffen die nicht mehr wirklich fahrtüchtig sind und noch vor dem Iran-Irak-Krieg gebaut und eingesetzt worden sind, und jene die nicht sanken haben sich teilweise eben in iranische Häften gerettet und wurden natürlich nie kostspielig wieder auf Vordermann gebracht wenn es vorher von der irakischen Armee beschossen wurde mit Geschützen...

Kurz USA nochmal, Kalifornien ist ja praktisch fast halb Deutschland an Bevölkerung und von der Fläche sogar fast 1/3tel noch zusätzlich glaube ich. Da sagt das Quickfacts:

Mean travel time to work (minutes), workers age 16+, 2009-2013 27.2 25.5

In Kalifornien braucht ein Arbeiter im Durchschnitt 27,2 Minuten zur Arbeit während der gesamte US-Durchschnitt bei 25,5 Minuten liegt... laufen werden die allerwenigsten tun außer sie wohnen echt um die Ecke und Joben in Cafes oder so... und in Kalifornien sind in den letzten 3-4 Jahren locker 1 Million Stellen wieder neu geschaffen worden... wenn von mir aus 5x die Woche etwa 1 Million neue Jobber im Schnitt etwas über 25 Minuten zur Arbeit brauchen, denke ich da auch nicht an laufen und in Teilen Kalifornien geht die U-Bahn und eine Art Hochbahn (de facto "S-Bahn") fährt auch in L.A., jedoch über 25 Minuten wird die Mehrheit auf der Straße verbringen, beim Start auf einer ganz einfachen Stadt/Vorortstraße, dann vermutlich desöfteren einige Meilen auf einer Art Schnellstraße, dann dort runter und wieder vorsichtig vermutlich im Innenstadtbereich zur Arbeit....

Da kommt was zusammen! Selbst bei den sparsamsten Autos, und diese Leute würden ohne Jobs diese Fahrten ja gar nicht durchführen! Sprich selbst bei 6 Liter je 100km an Verbrauch summiert es sich halt bei 25.000 Fahrzeugen als Beispiel die so sparsam sind, dann die große Mittelschicht (etwas über 6 bis etwas über 10 Liter) und auch eine zahlenmäßig wohl kleinste aber dennoch vorhandene Gruppe von Personen die noch offen mit alten Spritfressern rumfahren, sofern das Kalifornische Gesetz das in der jeweiligen Region erlaubt da eben wegen dem starken BevWachstum die Verschmutzung zunahm, da entstanden Bürgergruppen in einigen Gebieten wo es ganz übel war und wie in Berlin wo man die grüne Euro Norm 4-Plakete braucht gibt es solche Regeln eh in vielen Counties in Kalifornien, und das Benzin muss einen teilweise sogar noch unter den Countys abweichendem Rezept entsprechen, weshalb direkte offizielle Exporte aus Nevada oder Oregon nicht legal möglich sind wenn aus irgendeinem Grund der Schiffweg blockiert ist...

weil Kalifornien arbeitet zwar am "Grün"-Image mit massiver Erneuerbarer Energie im Schaufenster, da tut sich auch etwas, aber das deckt nur einen Teil ab und Solarenergie sind die Probleme ja bekannt, ich glaub in den Armenvierteln in Vororten von einigen Städten direkt in Grenznähe zu Mexiko herrscht noch viel einfache Industrie und viel Arbeit wird eben großteils mit Schwarzarbeitern gemacht und nicht alles mit Maschinen, aber Raffinerien , Kraftwerke aller Art, darunter eben auch viele Kohlekraftwerke sorgen dort für nicht die beste Luft...
#107988
Bild

Damit ist meine Frage beantwortet, wie in einem Land mit damals ~200.000 neuen Arbeitsplätzen netto pro Monat, nach einem Verlust von 6-8 Millionen (?) Jobs, spätestens nach gut 2 Jahren und 4 Millionen neuen Jobs (Schwarzarbeit die sicher wieder auf dem Bau zugenommen hat mal ganz zu schweigen davon), wieso steigt der Verbrauch nicht? Ich mein die USA verfügen nur in wenigen Metropolregionen über ein ÖPNV welches auch nur annäherend mit unserem vergleichbar ist, der Großteil der Orte und Menschen sind auf Autos oder sehr schlechte Anbindungen (Busse die vlt. nur 1x pro Stunde oder seltener kommen, viele Viertel komplett ohne, ganze riesige Malls mit den für die USA typischen Parkplätzen davor, aber keinerlei Anbindung mit Bus oder Bahn! Einkaufen dort geht ohne Auto nur mit Taxi (jedoch wer sich Taxi leisten kann, der besitzt ein Auto).

Ich frage mich... ist die Technik schon länger da gewesen, und wird jetzt gezielt eingesetzt um die Abhängigkeit der USA/Westens von der OPEC/Russland etc. abzumildern oder sind diese Fortschritte in der "Motorforschung" wirklich erst ab 2005 rum erreicht worden? Die Frachtcontainer-Schiffe da sind wir auch gerade dabei zu erleben, wie der Preis pro TEU-Container je 100km Seestrecke (sicher nach Gewicht auch noch berechnet nebenbei) massiv sinkt, weil die Schiffe immer größer werden. Über 14.000 Container waren 2014 kurzfristig das Maximum, da waren jedoch schon die Nachfolger in Bau...

Der bei oben genanntem Giganten hat sich der Wärtsila "14RT-flex96C" mit 80.080 kW (~108.878 PS bzw. 107.390 "horsepower") als Zweitakt-Dieselmotor hat sich extrem bewährt. Die neue "Olympic"-Serie mit ihren 6 Schiffen schafft sogar 19.224 TEU-Container, kaum vorstellbar vor 30-40 Jahren...

Die nachfolgenden "Giganten" die derzeit die größten Containerschiffe sind, setzen derzeit wohl verstärkt auf MAN (gut für Deutschland?!), die "Triple-E-Klasse" jedenfalls soll 2x MAN Zweitakt-Dieselmotoren mit 59.360 kW (80.707 PS) erhalten. Theoretisch 25 Knoten maximal, aber:

Darüber hinaus ist die Triple-E-Klasse auf ein wirtschaftliches langsameres Fahren (Slow steaming) ausgelegt. Gegenüber der Maximalgeschwindigkeit von 25 Knoten soll die Treibstoffersparnis bei 22,5 Knoten 20 Prozent, bei 20 Knoten 37 % und bei 17,5 Knoten 50 % betragen.[19] Die Schiffsmotoren sind für eine optimale Geschwindigkeit von 19 Knoten ausgelegt


Von dieser Klasse sind 31 (!) Stück geplant. Der CSCL-Globe-Typ mit 5 geplanten Einheiten erhält "nur" 1x MAN Diesel mit 56.800 kW (77.227 PS). Ebenfalls hier 25,1 Knoten maximal und theoretisch kann er 19.000 TEU-Container transportieren, aber für ein solches Gewicht ist ein Schiff dieser Größe (trotz 399,67 Meter Lüa) offenbar nicht geeignet, oder müsste vermutlich anders gebaut werden mit stärkeren Materialien, ergo das Leergewicht würde sich wohl deutlich erhöhen. Der Globe Typ hat daher:

Bei voller Ausnutzung der Stellplatzkapazität könnte ein durchschnittliches Containergewicht von rund 10,25 Tonnen transportiert werden, beim für Vergleichszwecke üblicherweise angenommenen durchschnittlichen Containergewicht von 14 Tonnen verringert sich die Kapazität auf deutlich unter 14.000 Einheiten. Anschlüsse für Integral-Kühlcontainer sind vorhanden.


Der Antrieb der Schiffe besteht aus einem bei Hyundai in Lizenz gebauten Zweitakt-Dieselmotor vom Typ MAN B&W 12S90ME-C Mark 9.2 mit einer maximalen Leistung von 69.720 kW bei 84/min,[10] der auf einen einzelnen Festpropeller wirkt. Die Leistung dieses – den Abmessungen nach zweitgrößten Motors der Welt[11] – wurde zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs auf 56.800 kW herabgesetzt.


Autos, Schiffahrt und Luftfahrt passiert ja bei Airbus und Boeing bzw. den Maschinen bis 150-175 Mann auch bei den anderen 2 großen Herstellern Flugzeuge dieser Größe sowie dem russischem Unternehmen...

Werden wir überhaupt 100 Millionen Barrel pro Tag an Verbrauch erreichen? Im "Westen" sinkt der Pro-Kopf-Verbrauch massiv, was bleibt sind die Leute die gerade in unser schönes Land wollen. Echter Anstieg ist nur noch durch Auto-Erstkäufe bzw. Flugzeug-Flottenerweiterug erreicht werden, wobei bei letzterem... wenn 90 A320 z.b. gegen 100 "A320 neo" ersetzt, dann kann der Verbrauch trotzdem geringer sein.

Gut für die Umwelt, aber was bedeutet es für uns? Wenn die EU "überlebt", dann müssten Übersee-Güter eigentlich im Preis sinken. Globalisierung 2.0... wenn ein Container mit ~14 Tonnen (von mir aus mehrere Tausend Huawei-Smartphones) wirklich mit wenigen Litern Diesel aus China, Vietnam, Indien bzw. aus Dubai und Singapur kommt... ob wir das merken?! Die Frage ist wie lange kann Russland diesen Preis überstehen, wobei es ja jetzt leichte Abwehrtendenzen gibt. Wobei der Iran schon kräftig Schiffe losgeschickt hat vor 12 Tagen (4 Millionen Barrel auf 3 Schiffe am ersten Tag, 2 Mio nach Frankreich und die anderen beiden Schiffe je für Spanien und Russland? oder ein russisches Unternehmen...

Total S.A. hat sofort mit Iran eine ~175.000 bis 200.000 Barrel Vereinbarung getroffen (vermutlich etwas Rabatt), ebenfalls "fluten" will der Iran den mir vorher unbekannten Öl-Handelspunkt "Fujairah" (Fudschaira in Deutsch) im äußersten Nordosten der Vereinigten Arabischen Emirate, an die dortige Omanische Exklave angrenzend ist es eine Freihandelszone.

Das ist glaub ich derzeit das einzige "Gegengewicht", und auch das hat die Nordsee-Störungen etwas abgefedert. Der Iran will seine zusätzliche Million, über 100.000 Barrel sind praktisch sofort startklar und auf 500.000 kommt man in kurzer Zeit, die 1 Million erreicht man wohl im November oder Dezember 2016... Der Irak ist ebenfalls auf Rekordlevel gewesen im Januar.

Kanadas Region "Alberta" leidet, die US-Unternehmen und Zulieferer leiden bzw. kündigen, aber offenbar die größeren wollen nicht "aufgeben", bzw. die ganz Großen wollen die Projekte nicht aufgeben... wäre ja möglich zu sagen wir werden dort nichts aktiv mehr investieren und nur noch das was dann so gefördert kann herstellen bis es eben extrem gering wird.....

Die Doomer verkriechen sich angesichts dieser Lage. Ich glaube die Staaten wie Saudi-Arabien haben Angst, dass sie auf ihrem Öl sitzen bleiben und die Welt es gar nicht mehr in diesem Maße braucht... das wäre auch ein Grund zu pumpen was nur geht...
von Kilon
#108083
Kennt jemand eine so gute Seite wie die Oildrum? Die ist der Hammer mir Artikeln, Grafiken etc... zwar sind (logischerweise) die meisten Beiträge, ähnlich wie bei Wikipedia, nicht aus diesem Jahr aber dennoch sehr interessant.

Bei der EIA habe ich eine Grafik gefunden, ich wusste aus dem Kopf, dass 1988 "Peak Alaska" (bisher) war und dass es etwas über 2mbpd waren...

Die Kurve ist (trotz der längeren Preishochphasen) extrem steil, von 1988 und 2,017 Millionen Barrel pro Tag runter auf 483.000 Barrel im letzten Jahr, runter von 496.000 Barrel im Jahr 2014! Lediglich zwischen 1990 und 1991 gab es einen extrem kleinen Anstieg, danach extrem steil (nicht wie die Hubbert Kurve),

Kennt jemand evtl. etwas mit den Infos?! Ich denke, dass eine soo große Ölregion die schon über 2mbpd produziert hat aus fast einem einzigen Gebiet im Norden Alaskas, würde sagen es ist zu 99% wahrscheinlich, dass noch weit über 1 Milliarde Barrel Reserven dort schlummern (Onshore, Offshore...) und noch ein mal DEUTLICH mehr Ressourcen, würde schätzen 2-stelliger Milliarden Barrel Bereich?!

Wieso haben selbst die Preis-Steigerungen zwischen 2000 und 2008 sowie zwischen ~2011 bis 2014 nicht zu einer Stagnation oder einem kleinen Anstieg geführt?! Irgendwann wird Alaska noch zum Netto-Importeur wenn es so weiter geht... denn von einst ~4 Barrel pro Person/Tag betrug 2010 die Bevölkerung 710.249 bei einer Produktion von (laut Quelle...) exakt 600.000 Barrel. Im Juli 2015 waren es dann schon 738.432 Einwohner (+4%) aber eben nur 483.000 Barrel... also weit weniger als 1:1, 2018 könnte es bereits 0,5 Barrel pro Person und Tag sein... außer es "passiert" etwas. Muss auch mal schauen ob Alaska seine Energie nur durch Wasserkraft und EE gewinnt, oder ob zur Peak-Last auch fossile Träger für Energie nötig sind (denn die steigt im Gegensatz zum Fahrzeug verbrauch ja weltweit pro Kopf und damit insgesamt noch an...)

Zum Netto-Importeur fehlt natürlich noch ein mal ordentlich was, gerade bei der "Mileage" die viel besser ist und die 3. höchsten Preise für Benzin in den USA (nach Hawaii und Kalifornien), aber irgendwann werden auch die mehr verbrauchen bei 4% BevWachstum in 5 Jahren...

Daher falls jemand etwas gesucht hat oder andere Seiten wie Oildrum kennt, bitte nennen, mich würde interessieren wer genau in Alaska fördert (Exxon?) und ob/wieviel für Exploration ausgegeben wurde in den letzten Jahren, je länger zurück, desto besser :) Danke falls jemand so etwas zufällig kennt.
#108084
Vorgestern wurde in Texas das letzte Stück des 1. (von mehreren?) Dolches gefunden und hier mit zitiere ich die Berichte und das ist der "Dolchstoß" für die letzten noch stehenden Doomer, wer danach nicht checkt, dass wir zu unseren Lebzeiten NIE einen Mangel aus geologischen Gründen erleben werden ist nicht mehr zu helfen:

Texas' Wolfcamp shale reserve may be largest ever assessed in U.S. A report from the USGS finds the Wolfcamp shale basin in Texas about three times as big as Bakken.


According to the survey, the Wolfcamp could hold as much as 20 billion barrels of oil and 16 trillion cubic feet of associated gas. If estimates are correct, that would be nearly three times as big as the Bakken oil formation in North Dakota, considered a driver of the momentum at the height of the shale are in North America.


So far over the past 12 months, Texas has produced about 1 billion barrels of crude oil. The EIA said that, as crude oil prices recover and spending starts to move back into the U.S. energy sector, a full-scale rebound is possible for inland resources.

The entire Permian basin, which includes Wolfcamp, holds nearly as many active oil rigs as the rest of the United States combined.




Wenn der Preis wieder steigt, dann wird dort Erdöl und Erdgas gefördert in unvorstellbaren Mengen, da brauchts nur 85$ im Jahr 2019 z.b., inflationsbereinigt ist dies etwa die Hälfte des Höchstpreises 2008. Schon Bakken brachte uns 2014 auf 9,5 von minimal über 10 Millionen Barrel-Peak von 1970. Damit wird es beim "richtigen" Preis einen neuen Peak geben. Wenigstens hatte Hubbert dann etwa 50 Jahre lang Recht...

Steht M_B_S und seine Jünger noch oder muss man in Texas durch Wolfcamp laufen und die zahlreichen Dolche dort suchen? :D :twisted:
#108130
Bild

Mal von Saudi-Arabien und Irak abgesehen (wobei 1-2$ gehen nicht, da sie ja für West Qurna II z.b. 1,75 US-$ an LUKOil zahlen, ursprünglich war Shell dabei, aber zog sich zurück, die Investition von 25 Milliarden Dollar "sofort" sowie weitere 25 Milliarden für 10 Jahre an laufenden Kosten wurde großteils mit "compensation oil" bezahlt, selbst die 1,75 US-$ je Barrel Vergütung erfolgt offenbar in Erdöl statt Cash... naja bis auf Sonangol aus Angola haben wohl alle Europäischen, Amerikanischen, Chinesen bzw. Asiatischen Unternehmen dort eigene Raffinerien und/oder Tankstellen... vlt. erhält Angola dann Bargeld für ihr Mini-Projekt mit Rekordvergütung (über 6 US-$ statt 1,25 - 1,75)

Brasilien liegt wohl an den gescheiterten Investitionen für die 6.000 Meter unter dem Meeresspiegel liegenden Ölvorkommen inkl. der 1.000 Meter dicken Salzschicht... wie Kashagan im Kaspischen Meer, noch, ein Alptraum für die Produzenten, bei letzterem durch Frostmonate noch erschwert...

Jedoch USA 23,35 für Shale Oil und dafür satte 20,99 US-$ für andere Quellen?! Fracking oder wieso so hoch? Außerdem Oil Equivalent... Gas-Liquids?! Haben die wirklich die absolut günstigsten Felder aussortiert und liegt dort der Preis echt so niedrig? Würde die seit der OPEC Aktion deutlich erholende US-Ölindustrie und etwas mehr Investitionen in Kanada erklären...
#108137
Macht man aus USA ein = "Americas" haben wir:
http://oilprice.com/Energy/Crude-Oil/Ca ... lance.htmlCanada and Brazil could jeopardize Oil Market balance

According to estimates by the IEA, global production capacity will grow by 5.6 million bpd by 2022, with capacity growth highly concentrated: the U.S., Brazil, and Canada combined are expected to account for 60 percent of global capacity growth.

In its Oil 2017 report, the IEA sees U.S. light tight oil (LTO) production continuing to grow through 2022, adding 1.4 million bpd over the period, even if oil prices fail to break US$60/barrel.

Over the next five years, Canada is expected to add 900,000 bpd of output, while Brazil’s production would add as much as 1.1 million bpd, according to IEA estimates. By 2022, the combined gain from these two countries could exceed the gains from U.S. shale in a $60 oil price scenario.


60% der weltweiten Fördersteigerung kommen aus diesen 3 Amerikanischen Ländern also... Kanada, USA und Brasilien. Außerhalb der OPEC?! Glaube generell, da man wohl in einigen Ländern jetzt gerade nach dem Meeting von längeren Förderkürzungen ausgeht und der Demand ja schwächelt gerade in entwickelten Ländern, nur die wachsende Weltbevölkerung und steigenden Löhne in Asien/Afrika steht dem noch entgegen...

Andererseits hat Kasachstan spezielle Forderungen beim GIpfel (als ein mehr als 1 Mio Barrel/d Producer ein gern gesehener Gast bei der Allianz):
“We want to be in a trend together with all oil-producing countries. But Kazakhstan has the unique Kashagan field, which is developing its main production this year,” he added.

Bozumbayev highlighted that Kazakhstan’s clear position will be announced at the meeting, where the delegation will protect the nation’s interests.

The minister made it clear Kashagan would be excluded from the oil-limiting list. After 10 years of delays, the offshore field in the Caspian Sea started production last summer.

This year, Kashagan plans to produce about five million tonnes of oil and 3.1 billion cubic metres of gas. In 2017, 2.2 million tonnes have been already been produced in the first four months, said Bozumbayev.


Das sagte er beim Gipfel gestern und Heute in Wien... 10 Jahre Verzögerung haut wegen den genannten 75 Grad Celsius Temperaturunterschieden zwischen Sommer und winterlichen sibirischen Winden hin, dazu vor 10 Jahren standen wir kurz vor dem Ölpreiscrash, aber dieses Jahr soll es also anfangen richtig los zu gehen... Immerhin ~5 Millionen Tonnen Öl, das sind so 36 bis 37 Millionen Barrel und 3,1 Milliarden Kubikmeter Erdgas in diesem Jahr...

Wenn schon im schwächsten 1. Quartal da nur 28 Tage der Februar 2,2 Millionen Tonnen Öl gefördert wurden, dann sieht es ja so aus als ob man die 5 Millionen schon im Sommer zusammen hätte, aber vlt. will man eben auch da etwas reduzieren, weil dann wären locker 50 Millionen oder eher über 60 Mio Barrel übers Jahr drine im Anfangsstadium....

Reserven werden auf mind. 13 Milliarden geschätzt (nicht Ressourcen oder OOIP!) aber auch die Kosten sind neben Brasiliens "Misserfolgen" im Ultra-Deepshore unter schwierigen Bedingungen zweimalig... zwischen 30 und 119 Milliarden US-Dollar soll die Erschliessung bisher gekostet haben bzw. im September 2013 z.b. soll China einen 5 Milliarden Dollar Deal abgewickelt haben, viel ist laut Artikel nicht bekannt,

aber er soll mit einigen Anteilen am Feld zu tun haben, bei 13 Mrd. Barrel und dem 60 Dollar Szenario wären das 780 Milliarden Dollar, wobei es inflationsmäßig und mengenmäßig IMHO eh mehr werden, die Ressourcen werden zu Reserven mit steigender Deepshore-Erfahrung... Also fahre ich morgen wieder vom Bahnhof Zoo und Kurfürstendamm bis in die Prärie Berlins mit Diesel betriebenen Bussen und U-Bahn die zu 40% aus russischem Erdgas sowie osteuropäischer Kohle angetrieben wird und sowohl die Bahn als auch die weit über 100 Bahnhöfe mit ihren Tausenden Lichtern ebenfalls zu 40% von Putins Gas, steigende Tendenz :D
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Tesla (Elektro)Autobauer

Habe es eben bei Wikipedia eingefügt im Tesla Haup[…]

Welche Kompetenzen brauchen wir?