Fernsehberichte und Zeitungsartikel zum Them Peak-Oil

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von Aurisa
#100487
Hallo Helmut,
ich war zwar nicht angesprochen :wink:, aber ich sag trotzdem mal was dazu...

Gerade das von dir angesprochene Saudi Arabien halte ich für ein gutes Beispiel...

Ganz klar hast du recht, daß es sinnvoll und notwendig wäre dort die Energieverschwendung endlich einzuschränken, indem sie das Benzin im eigenen Land teurer machen (und am besten auch gleich was gegen die Bevölkerungsexplosion tun...).

Aber meinst du, die Bevölkerung dort wird das einfach so hinnehmen?

Die sind es doch seit Jahrzehnten gewohnt das Öl nur so aus dem Auspuff und Fenster zu blasen.... und kennen es gar nicht anders.

Dort den Benzinpreis zu erhöhen... das wäre ja als wöllte man in Deutschland Autobahngebühren und dazu noch Tempo 100 einführen. :wink:

Da würde hierzulande die Revolution ausbrechen. :lol:

Aber Scherz beiseite. Schon jetzt ist Saudi Arabien ja geradezu von Unruheherden umzingelt und auch im eigenen Land brodelt es längst...

Was würde da passieren, wenn die jetzt auch noch mit massiven Energiesparmaßnahmen anfangen würden...?

Vor allem wenn die Regierenden gleichzeitig lustig weiterprassen während das Volk den Gürtel enger schnallen soll...

Und was denkst du würde mit dem Ölpreis passieren, wenn es in Saudi Arabien zu Unruhen oder gar einem Bürgerkrieg und einem Umsturz kommen würde...?

Das ist ja gerade ein Teil unseres Problems:

Wir sind inzwischen in einer Situation, wo es kaum noch möglich ist in großem Umfang Energie einzusparen... ohne daß es dadurch zu Unruhen kommt, egal ob in Nordafrika, Arabien, Europa, USA oder sonstwo.

Den Zeitpunkt wo wir hätten umsteuern können haben wir schon vor Jahrzehnten verpasst.

Heute ist der Verbrauch schon zu hoch, die Weltbevölkerung zu groß, die verbliebenen Reserven zu gering... so sehe ich das zumindest.

Irrtum wie immer eingeschlossen. :wink:

Viele Grüße
Aurisa
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von Helmut
#100488
Aurisa hat geschrieben:Hallo Helmut,
also ich persönlich lese nicht bei TOD.

Nicht, weil es mich nicht interessieren würde, sondern weil ich in der Schulzeit als wir Englisch gelernt haben leider andere Probleme hatte und darum den wichtigen Einstieg in die Sprache verpasst habe.

Meine Englischkenntnisse sind darum leider ziemlich schlecht... und darum habt halt ihr hier mich an der Backe. :wink:

Ich bin auch weder vom Fach noch beschäftige ich mich mit der Thematik schon so lange, daß ich sämtliche Öl- und sonstige Daten kenne und kann darum leider dazu herzlich wenig beitragen.

Ich weiss deshalb auch nicht ob Du und andere recht haben, wenn ihr meint es sei noch genug Öl, Gas, Kohle usw. für lange Zeit da und daher alles nicht so schlimm und wir hätten ausreichend Zeit um unsere Energieversorgung umzustellen... oder ob Oberdoomer :wink: Triakel, smiths, Algol usw. mit ihrer Meinung, daß sehr bald so ziemlich alles knapp wird richtig liegen.

Ich weiss nur: Wir haben so oder so ein ernsthaftes Problem.

Und als olle Hosenschisserin, die ich nunmal bin :wink: werde ich da nicht das beste hoffen, daß eben alles halb so schlimm ist, sondern mit dem Schlimmsten rechnen und mich im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten darauf vorbereiten.

Falls Du also recht haben solltest und ich völlig unnötig rumgedoomt habe :wink: , wäre ich wirklich froh.

Auch wenn ich unser derzeitiges System in vielen Dingen ziemlich unmenschlich finde und auch wenn ein Leben in einer post-peak-oil-Welt nicht NUR Nachteile hätte... ich reisse mich trotzdem nicht gerade darum hier den ganz großen Knall live und in Farbe mitzuerleben und danach in einer Welt mit ohne so ziemlich alles zu leben, was das Leben ein wenig leichter und sicherer macht...

Viele Grüße
Aurisa

Hi Aurisa
Ja, die Sprache! Wenn man nicht richtig englisch kann ist man bei vielen Sachen ziemlich außen vor. Ich war in der Schule in den Sprachen immer schlecht und bereue es jetzt stark, dass ich bei Englisch nicht fleißiger war. Ich kann so Sachen wie TOD zwar lesen und verstehen aber es ist für mich verdammt anstrengend und zeitaufwendig. Früher habe ich mich auch mal an den SPE- Papern versucht (Das sind wissenschaftliche Arbeiten über Ölförderung). Aber da habe ich schnell gemerkt, dass ich da keine Chance habe. Da bleiben mir nur z.B. die Erklärungen für Laien bei TOD.

Ich weiss nur: Wir haben so oder so ein ernsthaftes Problem.

Das ist sicherlich richtig. Aber ich meine in anderen Zeiten war es noch viel angsterregender.
Z.B. während der Kubakrise. Da ist mir der jetzige Zustand 100 mal lieber.
Grundsätzlich war und ist immer etwas los!

Ich denke mal es ist rational alles gar nicht so schlimm im Vergleich zu anderen Zeiten wir sind nur viel informierter als Früher und sehen deshalb viel mehr Probleme.

Gruß Helmut
von grrrrrr
#100489
Hallo Helmut,

ich schau mir gerne dieses Forum an - sieht recht strukturiert aus, zum Lernen also leichter. Hinsichtlich meiner "Vielschreiberei" (weil Du mich in einem Atemzug mit den WO-Profis erwähnst), muss ich Dich aber leider etwas enttäuschen. Bin ein völliger Neuling auf dem Gebiet Peak-Oil und wollte lediglich die Frage zur möglicher zukünftiger Entwicklung für mich klären, deswegen habe seit einigen Tagen bei WO-Forum diskutiert und vielleicht den Einen oder Anderen mit meinem Einstiegsniveau genervt... :wink:

Ich freue mich auf weiterhin interessante Diskussionen.

Gruß,
grrrrrr
von Triakel
#100492
Hallo Helmut, ich hatte in meiner Erwiederung lediglich den von Dir angeschlagenen äußerst herablassenden Ton aufgenommen und an Dich wiedergespiegelt.
Ansonsten ist mir dieser Ton fremd.

So, nun bin ich auch schon wieder weg aus dem Forum. Wünsche noch viele erkenntnisbringende Diskussionen in nicht herablassendem Ton.
Und eine Diskussion lebt ja von unterschiedlichem Meinungen. Ansonsten wäre es ja ein Gruppenmonolog.
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von Helmut
#100493
Aurisa hat geschrieben:Hallo Helmut,
ich war zwar nicht angesprochen :wink:, aber ich sag trotzdem mal was dazu...

Gerade das von dir angesprochene Saudi Arabien halte ich für ein gutes Beispiel...

Ganz klar hast du recht, daß es sinnvoll und notwendig wäre dort die Energieverschwendung endlich einzuschränken, indem sie das Benzin im eigenen Land teurer machen (und am besten auch gleich was gegen die Bevölkerungsexplosion tun...).

Aber meinst du, die Bevölkerung dort wird das einfach so hinnehmen?

Die sind es doch seit Jahrzehnten gewohnt das Öl nur so aus dem Auspuff und Fenster zu blasen.... und kennen es gar nicht anders.

Dort den Benzinpreis zu erhöhen... das wäre ja als wöllte man in Deutschland Autobahngebühren und dazu noch Tempo 100 einführen. :wink:

Da würde hierzulande die Revolution ausbrechen. :lol:

Aber Scherz beiseite. Schon jetzt ist Saudi Arabien ja geradezu von Unruheherden umzingelt und auch im eigenen Land brodelt es längst...

Was würde da passieren, wenn die jetzt auch noch mit massiven Energiesparmaßnahmen anfangen würden...?

Vor allem wenn die Regierenden gleichzeitig lustig weiterprassen während das Volk den Gürtel enger schnallen soll...

Und was denkst du würde mit dem Ölpreis passieren, wenn es in Saudi Arabien zu Unruhen oder gar einem Bürgerkrieg und einem Umsturz kommen würde...?

Das ist ja gerade ein Teil unseres Problems:

Wir sind inzwischen in einer Situation, wo es kaum noch möglich ist in großem Umfang Energie einzusparen... ohne daß es dadurch zu Unruhen kommt, egal ob in Nordafrika, Arabien, Europa, USA oder sonstwo.

Den Zeitpunkt wo wir hätten umsteuern können haben wir schon vor Jahrzehnten verpasst.

Heute ist der Verbrauch schon zu hoch, die Weltbevölkerung zu groß, die verbliebenen Reserven zu gering... so sehe ich das zumindest.

Irrtum wie immer eingeschlossen. :wink:

Viele Grüße
Aurisa

Hi Aurisa
Ja, das ist ja genau das was ich beim Post an Triakel mit „4te Grundschulklasse“ andeuten wollte.
Da ist natürlich einiges im Busch.
Im Falle von Saudi Arabien könnte es aber auch so laufen, dass da ausgelöst durch die Preisanpassung oder auch durch andere Gründe der große Rabatz ausbricht aber im Ergebnis sogar mehr Öl exportiert wird.
Wenn es in SA zum Konflikt ist auf Grund der Wichtigkeit wegen dem Ölexport die Welt (Vornehmlich natürlich die US-Armee) gezwungen da sofort einzumaschieren. Und das mit aller Kraft und man wird dabei vielleicht auch deutlich weniger zimperlich sein als bei den vergangenen Kriegen.
Im Ergebnis könnte es so sein, dass der Ölfluss nur kurz unterbrochen ist was durch unsere Vorräte verkraftbar ist und danach der Eigenverbrauch von SA deutlich gesenkt ist während die Ölförderung sogar gesteigert wird.
Natürlich ist es auch gut möglich, dass man im Falle eines Einmarsches dort öltechnisch nur verbrannte Erde erobert wird und der Ölfluss deshalb lange unterbrochen ist. Dann würde wohl weltweit wirtschaftlich die „Kacke am dampfen sein“

Aber SA wäre auch der wirklich dicke Problemklotz.
Bei den unbedeutenderen Förderländern sieht es ja wie das aktuelle Beispiel Libyen zeigt nicht so dramatisch aus.

Und in jedem Land der Welt ob Exporter oder Importer sieht es ja anders aus. Manche haben hohe Steuern drauf wie wir, andere sind nahe am Weltmarktpreis z.B. USA, viele subventionieren Öl uswusf.
Was in den einzelnen Ländern passiert ist kaum vorhersagbar. Einige werden sich vernünftig verhalten, einige werden wirtschaftliches Harakiri machen (z.B. ist Venezuela gerade munter dabei) andere werden sogar vielleicht Krieg führen.
Das ganze ist meiner Meinung nach kaum überschaubar. Deswegen bringt uns meiner Meinung nach das ELM nicht weiter, weil man eh nur die grobe Richtung die der Markt vorgibt folgen kann:

Und dann ist man beim Weltölverbrauch und bei der Weltförderung! Wie im einzelnen da das förderbare Öl sich zwischen den Ländern verteilt ist schlicht nicht vorhersehbar.

Mal ein Blick durch die Kristallkugel auf die USA im Jahr 2030 (Heute ganz grob 20 mB Verbrauch und 8 mB Eigenförderung (mB soll Millionen Barrel pro Tag heißen)

15 mB Verbrauch 10 mB Eigenförderung (softe, vernünftige Entwicklung, es wird ernsthaft sinnvoll gespart beim Öl)
10mB Verbrauch 5 mB Eigenförderung ( Wirtschaftscrash + wenig Erfolg beim erschließen der Resourcen)
20 mB Verbrauch 5mB Eigenförderung (USA holt sich das Öl mit der Macht von Militär und Wirtschaftseinfluß)

Also ich würde keine dieser drei Szenarien ausschließen. Tendiere aber als Optimist zum ersten.

Wesentlich leichter ist meiner Meinung nach die Lage der gesamten Welt zu vorhersagen:
Förderung irgendwo zwischen 50 und 100 mB, Verbrauch logischerweise genauso hoch. (Heute etwa 89 mB)
Und wenn man die technische Entwicklung (effektivere Ölnutzung) betrachtet und auch die Bevölkerungsentwicklung ist dann immer noch genug da um den Wohlstand zumindest zu erhalten . Einigen Gruppen, Ländern wird es zukünftig schlechter gehen, anderen besser. Aber das ist eine Binsenweisheit! Das wäre auch ohne Peakoil so. :wink:

Gruß Helmut
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von Aurisa
#100494
Helmut hat geschrieben:Aber ich meine in anderen Zeiten war es noch viel angsterregender.
Z.B. während der Kubakrise. Da ist mir der jetzige Zustand 100 mal lieber.
Grundsätzlich war und ist immer etwas los!


Hallo Helmut,
da hast du wohl recht!

Irgendwas ist immer... Angst vor dem 3.Weltkrieg, Waldsterben, Rinderwahnsinn, Schweinegrippe, Ozonloch, Klimaerwärmung... usw. usf.

Die Liste der drohenden Katastrophen, vor denen man sich fürchten kann, wäre endlos... und das oft völlig umsonst.

Eine Freundin hat mir vor Leuten erzählt, die sich regelmäßig getroffen haben um Konserven im Wald zu vergraben :wink:, weil sie mit dem baldigen Weltuntergang gerechnet haben... und das schon vor Jahrzehnten. :wink:

Ich weiss nicht, ob die heute immer noch Dosen vergraben :lol:, aber Gründe gab und gibt es immer genug sich zu fürchten... früher vor Pest und Hungersnot, im letzten Jahrhundert vor dem Atomkrieg und heute vor peak oil und anderem.

Manche Ängste waren völlig unbegründet, andere berechtigt, auch wenn's dann nicht der Weltuntergang war und manchmal ist nichts passiert, aber nur weil wir Glück hatten...

Den Atomkrieg beispielsweise hat vor Jahrzehnten wohl tatsächlich ein einziger russischer Offizier verhindert, der bei einem vermeintlichen amerikanischen Raketenangriff kühlen Kopf bewahrt und eben keine Atomraketen auf Amerika abgeschossen hat...

Die Angst vor einem atomaren dritten Weltkrieg war also durchaus berechtigt...

Trotzdem frage ich mich auch immer, ob ich mir nicht völlig unnötig zu viele Sorgen mache...

Mir viele Gedanken und darum auch Sorgen zu machen liegt nunmal in meiner Natur... und manchmal eben auch zuviele...

Das war etwa beim Waldsterben so, oder bei BSE... wo ich mir damals auch Sorgen gemacht habe und heute ärgere ich mich darüber...


Ich denke mal es ist rational alles gar nicht so schlimm im Vergleich zu anderen Zeiten wir sind nur viel informierter als Früher und sehen deshalb viel mehr Probleme.


Auch da hast du recht.

Je mehr man weiss, desto mehr kann man sich auch Sorgen machen...

Aber die Sache hat zwei Seiten...

Ja, 'dank' Internet gibt es heute mehr Dinge, über die ich mir Sorgen mache...
Von peak oil beispielsweise wüsste ich ohne Internet bis heute nicht viel...

Aber andererseits bin ich dank Internet auch kritischer geworden.

Seit ich nicht mehr von den Informationen aus den Medien abhängig bin, sehe ich das deutlich skeptischer, wenn man wieder eine neue Angst-Sau durch's Mediendorf getrieben wird, weil ich inzwischen weiss, wie unsolide und unvollständig vieles ist, was da berichtet wird.

Über die Schweinegrippen-Berichterstattung vor ein paar Jahren beispielsweise habe ich mich wahnsinnig geärgert... weil ich das für einen reinen Medien-Hype gehalten habe... für eine völlig grundlose von den Medien aus Quotengründen geschürte Panik.

Also dank Internet und darum mehr Informationen gibt es zwar mehr Gründe sich Sorgen zu machen - und manchmal halt auch unnötige... - aber auch mehr Möglichkeiten zu überprüfen ob an einer Sache wirklich was dran ist... oder ob man sich vielleicht gar keine Sorgen machen muss.

Aber zugegeben... wenn es das Internet nicht gäbe und ich weiter auf Fernsehen und Co. angewiesen wäre für Informationen, würde ich mir tatsächlich weniger Sorgen machen.

Von Peak oil hätte ich wie gesagt wenig Ahnung und vielleicht würde ich sogar glauben, daß Tante Merkel und Onkel Sarkotzy alles im Griff hat und alles wieder gut wird mit Griechenland und dem Euro. :wink:

Unwissenheit kann manchmal tatsächlich ein Segen sein... allerdings nur, wenn dann nicht eines Tages das böse Erwachen kommt... und ich fürchte in diesem Fall wird es kommen...

Und darum mache ich mir lieber jetzt eventuell ein paar Sorgen zuviel als zuwenig...

Viele Grüße
Aurisa
von Triakel
#100495
Doch noch einmal ein letzter Beitrag von mir, in Bezug auf das von Aurisa beschriebene:
Unser Fehler ist, dass wir nach störfreiem Leben süchtig geworden sind. Weil ja recht viel in unserem Leben im historischen und heutigen weltweiten Vergleich abnormal störfrei war.
Dabei übersehen wir, dass slbst in der heutigen Welt unzähliche Menschen keineswegs in einer solchen störfreien Zauberwelt leben, wie wir sie anstreben. Es gibt heute schon Menschen, die unter Bedingungen leben müssen, die das Endstadium weit nach Peak anything zumindest erreichen. Und diese unter solchen Bedingungen lebenden Menschen sind ja noch der besonders quälenden Tatsache ausgesetzt, dass andere Menschen in Umständen leben, die um Lichtjahre besser sind als die ihrigen. Und sie sind oft der Tatsache ausgesetzt, dass sie mit den Nachteilen der heutigen Welt des Wertschöpfungsmaximum leben müssen - zum Beispiel in Form extremer Umweltverschmutzung in den Ballungszentren der Dritten Welt - ohne gleichzeitig wenigstens die Annehmlichkeiten dieser Zeit genießen zu können.
Oder sie sind Opfer von Gewalt verschiedenster Ausprägung.
Und trotzdem ist die Selbstmordrate bei denen zumindest nicht höher als die von gut situierten Bürgern in den Ressourcen-Hochverbrauchsländern.
Das ist eigentlich nicht verwunderlich. Denn sie wissen, dass es ein störfreies Leben nicht geben kann. Wohlstand und ein weitgehend relativ störfreies Leben machen ängstlich und stumpfen ab (wie übrigens auch ein Übermaß an Elend). Leid macht Glück intensiver erlebbar. Energiemangel macht Energie zu einer glückspendenden Kostbarkeit usw
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von Helmut
#100497
Ergänzung: für Russland prognostiziere ich ab 2015 einen regelrechten Kollaps der Ölförderung durch schlechtes Managemant etlicher großer Felder in der Vergangenheit (was z.B. zu einem extremen Rückgang im Feld Sachalin-1 in den letzten Jahren geführt hat). Das hat etliche Felder massiv geschädigt. Simmons hatte darüber sehr interessante Informationen veröffentlicht.
Und natürlich befinden sich nach jahrzehntelanger intensiver Ausbeutung die wichtigsten Felder ohnehin in ihrer Endphase. Das jetzt zu erschließende ostsibirische Fördergebiet und Sachalin-2 werden diese Lücke nicht annähernd schließen können.
Vermutlich wird Russland schon um 2025, spätestens 2030, von einem Export- zu einem Importland werden.
Dann fehlen also dem Weltölexportmarkt alleine durch den Ausfall dieses einen Landes über 7 mb/d.
Zitat Triakel im WO-Forum



Hallo Triakel
Deine Prognose würde mir gut in den Kram passen. Decline 2015 in Russland würde ja für meine Ölcalls Laufzeit Ende 2016 noch reichen.
Aber ich bin da weniger optimistisch bzw. pessimistisch als du.
Folgende Gründe:
Die ganz grobe geologische Betrachtung zeigt eine Ähnlichkeit Russlands mit den USA. Ich meine damit, dass die Ölfelder viel verstreuter, kleiner, inhomogener (niedrige Fördersondenleistung usw.) sind als die am persischen Golf.
Mal ganz platt angenommen die geologischen Ölfördervoraussetzungen wären identisch mit denen der USA. Dann zeigt aber die historische Fördermengenbetrachtung (ich schätze mal die kennst du), dass Russland noch viel Potenzial für moderne Fördertechnik haben müsste. Lege mal gedanklich die Diagramme von Fördermenge über die Zeit übereinander.
Horizontalbohrung und fracking wird ja mittlerweile auch in Russland betrieben. Ich vermute aber , dass insgesamt der Bohraufwand in Russland deutlich niedriger als in den USA ist. Hast du vielleicht den Rigcout von Russland? Bei den Quellen die ich kenne ist der russische rigcount nie dabei.
Zusätzlich beim Vergleich zwischen Russland und USA muss man betrachten, dass Russland hohe Exportzölle aufs Öl erhebt. Deshalb ist da wirtschaftlich (wenn die Zölle gesenkt werden) noch viel Luft weniger profitable Vorkommen zu erschließen, bzw alte Vorkommen noch intensiver auszubeuten.
Und an der Erdoberfläche ist Russland gegenüber den USA sowohl von der Infrastruktur als auch vom Klima gegenüber den USA benachteiligt. Ein weiteres Argument warum offensichtlich die russischen Ölresourcen noch nicht so weit ausgebeutet sein können.

Und das ganze ist natürlich im Konsens zu sehen, dass die sicherlich öltechnisch weiter ausgebeutete USA durch das hohe Ölpreisniveau nun die Förderung wieder steigen kann.

Ich vermute deshalb, Russland kann je nach wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen die Förderung noch lange steigern oder zumindest aufrecht erhalten.

In Sachen baldigen drohenden Decline sehe ich eher Saudi Arabien, Iran und auch China welches ja immerhin an der 5. Stelle liegt aber fast immer in Sachen Ölförderung vergessen wird.

Gruß Helmut
P.S. Russland ist natürlich ein altes Thema, kannst mal im Forum stöbern. Ich bin dam mit dem Verkünden "Jetzt ist der Decline in Russland da" da schon mal bös auf die Schnauze gefallen :wink:
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von Aurisa
#100498
Hallo Helmut,
sehr interessantes Posting von dir!

Das sind jetzt so die Details, die ich meinte, als ich sagte, daß ich von vielem keine Ahnung habe. :wink:

Aber warum hast du dann eigentlich einen Öl-Call für Ende 2016, wenn du für die russische Ölförderung so optimistisch bist? :wink:

Ich vermute mal den hast du früher mal gekauft, als du da noch pessimistischer warst.

Viele Grüße
Aurisa
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von Helmut
#100499
Triakel hat geschrieben:Hallo Helmut, ich hatte in meiner Erwiederung lediglich den von Dir angeschlagenen äußerst herablassenden Ton aufgenommen und an Dich wiedergespiegelt.
Ansonsten ist mir dieser Ton fremd.

[s]So, nun bin ich auch schon wieder weg aus dem Forum.[/s] Wünsche noch viele erkenntnisbringende Diskussionen in nicht herablassendem Ton.
Und eine Diskussion lebt ja von unterschiedlichem Meinungen. Ansonsten wäre es ja ein Gruppenmonolog.

Hi Triakel
Natürlich versuche ich nicht dauernd alle pampig zu provozieren. Aber ich meine ab und zu eine Exkursion zu einer wenig korrekt höflichen Umgangsform kann eine über Jahre andauernden Diskussion auch mal wieder Würze verpassen.
Würde mich freuen wenn du doch öfters hier vorbei schaust. (Nicht um einen Wettkampf zu starten wer herablassender über den anderen reden kann) :D sondern um gemeinsam Erkenntnisse zu gewinnen.

Gruß Helmut
von hunsbuckler
#100500
Ach, lieber Triakel, bleib doch bitte hier! Und ihr übrigen WO-ler natürlich auch!!
Ich finde forumsübergreifende Diskussionen total spannend, habe aber leider auch Mühe mit dem Englischen.
In der Hoffnung auf frischen Wind in der Debatte ein herzliches Willkommen von einem Hinterwäldler aus dem Hunsrück!
von Dieselenfield
#100501
Hallo Triakel,zum Thema Wasser gibt es eine gute Dokumentation
mit dem Namen"water makes Money".Es geht darum wie sich ein französischer Konzern
langsam die Wasserversorgung in Europa aneignet.Nicht nur in Europa.Vielleicht kennst du
die Dokumentation.

http://rutube.ru/tracks/4062057.html
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von Helmut
#100502
Aurisa hat geschrieben:Aber warum hast du dann eigentlich einen Öl-Call für Ende 2016, wenn du für die russische Ölförderung so optimistisch bist? :wink:

Ich vermute mal den hast du früher mal gekauft, als du da noch pessimistischer warst.

Viele Grüße
Aurisa

Hi Aurisa
Ich war vor einem halben Jahr noch optimistischer! Ich habe kürzlich noch einmal auf längere Laufzeit unstrukturiert. Die Masse meiner Zockerei liegt jetzt bei 2016.
Wie schon im anderen Post erwähnt lohnt es meiner Meinung nach nicht den Blick auf ein einzelnes Land zu fokusieren. Zu Russland habe ich zwar wie eben geschrieben eine Meinung aber bei meiner Zockerei kommt es halt nur auf den Weltmarktpreis an. Und da denke ich ist es sehr wahrscheinlich, dass der Hunger nach mehr Öl bei den üblichen Verdächtigen wie China und Indien und unterm Strich halt auch der gesamten Welt den zu erwartenden Fördersteigerungen übersteigt.
Ich vermute halt, dass trotz Effiziensgewinne beim Umgang mit Öl und langsamer Fördersteigerung in der Welt der Ölpreis weiter steigt. Ich gewinne durch moderate Basiskurse auch ohne Ölpeak . Dafür muss aber weiter die Wirtschaft brummen und einen Finanzdooom darf es natürlich erst recht nicht geben.

Gruß Helmut
von Dieselenfield
#100504
Hallo Spielfreunde,hier ist einr der nicht damit Einverstanden ist wie mit Leuten
der Occupy Protestbewegung umgegangen wird.Er hat für die Ölversorgung im Irak sein müssen.



Das Volk will andere Banken

http://www.zeit.de/2011/43/Banken
von grrrrrr
#100509
Hallo Helmut,

auf dem WO-Forum scheinen noch immer Alle in den Weltuntergangvisionen vereint zu sein... :wink: Wenn ich richtig vermute, neigst Du zu sanfteren Szenarien. Was gibt Dir den Optimismus (außer dem vorher geschilderten zu ELM und Russland)?

Gruß,
grrrrrr
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