Die Olduvai Theorie – die Malthusianische Katastrophe

Die Olduvai Theorie.

Nichts ist schöner, als ein Weltuntergang, den man leider verpasst hat.

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Noch vor der Jahrtausendwende publizierten der Ingenieur Richard C. Duncan und der Geologen Walter Youngquist ihre Olduvai-Theorie. Sie markierten damit sicherlich den pessimistischsten Ausblick auf die Folgen von Peak-Oil. Sie sahen eine die Welt auf eine Malthusianische Katastrophe zulaufen.

Schon Malthus (der von 1766–1834) lebte) hatte sich geirrt. Er unterschätzte die Geschwindigkeit des technischen Fortschritts, der unter anderem in der  Landwirtschaft eine erhebliche Produktivitätssteigerung begründete.  Dabei erfolgte diese Modernisierung im Grunde erst durch die gleichen Phänomene, die er als ursächlich für einen Kollaps betrachtete: die anwachsende Bevölkerung. Erst sie förderte die Enwicklung von Massenproduktion und Arbeitsteilung , die dafür notwendigen technischen Innovationen und die durch die Bevölkerungsentwicklung begünstigte Verankerung sozial intituionalisierter Regeln.  Malthus hatte den Ressourcen-Spielraum als beschränkt angesehen – er rechnete nicht damit dass dieser durch die Modernisierung in diesem Maße ausgedehnt werden konnte. Die steigende Produktivität bewirkte zudem steigendes Einkommen und führte zu rückläufigem Bevölerungswachstum.

Duncan und Youngquist verarbeiteten die Peak-Oil Theorie in der Olduvai-Theorie, zu einer pessimistischen Zukunftsvision die sie aus der rückläufigen Verfügbarkeit von Erdöl einen Zusammenbruch der industriellen Zivilisation bis zum Jahr 2030 herleiteten. (Siehe Abbildung).  Die Perspektive für das weitere Leben in einem  postfossilen Zeitalter sahen sahen sie in einer auf 2 Milliarden Menschen geschrumpften Weltbevölkerung, die auf einem vorindustriellem Energieniveau überleben würden.

Diese Vorstellung eines drastischen zivilisatorischen Rückschrittes führt dann offenbar auch zur Namensgebung  Olduvai Theorie. Das Olduvai Tal in Afrika gilt als die Wiege der Menschheit – es geht der Theorie nach also nicht zurück auf die Bäume – jedoch in der Menschheitsheits-Geschichte so weit zurück wie nur möglich. Immerhin ist das Olduvai-Tal Sinnbild für die ersten unserer Vorfahren, die vorsätzlich Werkzeuge zur Werkzeug-Herstellung anfertigten (und nicht nur einen passend geformten Stein als Werkzeug einsetzen) .
Die Oduvai Theorie wurde zwischen 2007 und 2012 im Forum diskutiert, von den meisten jedoch als überzogen wahrgenommen. http://peak-links.de/olduvai

Die Olduvai Theorie als Grafik

Die Olduvai-Theorie – in einer Grafik

Trotzdem ist oft auch an exzentrischen Thesen ein Körnchen Wahrheit und sie können eine gesellschaftliche Kraft mobilisieren. Ähnlich wie sich in Zeiten von Thomas Robert Malthus eine These als nicht zutreffend erwiesen hat, hat sich bisher die Prophezeihung bzw, die Extrapolation der Olduvai-Theorie nicht erfüllt (auch wenn einige Menschen auch heute bei Stromausfall leise „Olduvai“ murmeln).

Und jetzt?

Möglichweise hat sich Duncan in der Oldivai-Theorie nur bei der zeitlichen Verortung des Gipfels um einige Jahrzehnte vertan und alle beschriebenen Folgen treten nur verzögert ein. Wahrscheinlich sind jedoch mehre Bewegungen, Entwicklungen und Fortschritte in der Gesellschaft verantwortlich dafür, dass wir gerade nicht sehenden Auges auf das Ende unserer Zivilisation zuschreiten. Viele Menschen haben z.B. sich mit Resilienz, Regionalisierung der Nahrungsmittelversorgung, Off-Grid-Stromversorgung mit PV-Insel-Anlagen und Re-Skilling befasst. In Deutschland erfolgt – auch durch den Atom-Ausstieg befördert – eine Diversifizierung bei der Stromerzeugung.

Ist unser „Werkzeugkasten“  mit den richtigen Werkzeugen bestückt, um einen Crash zu verhindern, ihn abzufedern  oder zu vermeiden?
Was liegt jetzt an?

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1 Kommentar

Von Corella


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